Startseite Krieg Putin signalisiert weitere Kriegsjahre mit neuem Verteidigungsbudgetplan

Putin signalisiert weitere Kriegsjahre mit neuem Verteidigungsbudgetplan

Putin signalisiert weitere Kriegsjahre mit neuem Verteidigungsbudgetplan
miss.cabul / Shutterstock.com

Er erklärte in einer Rede, dass „das russische Volk sich niemals dem Willen anderer beugen werde“.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat diese Woche seine Finanzpläne für die kommenden Jahre deutlich gemacht.

In einer Rede vor Abgeordneten am Montag erklärte er, dass die Militärausgaben für die nächsten drei Jahre oberste Priorität bleiben würden, wie The Moscow Times berichtet.

Während seiner Rede warf Putin westlichen Ländern vor, eine „russophobe Maschine“ entfesselt und „Weltrekorde“ bei Sanktionen aufgestellt zu haben. Er betonte, dass „das russische Volk sich niemals dem Willen anderer beugen werde“.

Der russische Staatschef behauptete, dass die staatlichen Institutionen weiterhin bereit seien, das Land zu verteidigen. Dennoch versprach er, dass die kommenden Haushalte weiterhin auf die „Bewältigung dringender sozialer Probleme“ ausgerichtet sein würden.

Einschränkung des zivilen Lebens

Die finanzielle Realität zeichnet ein weitaus angespannteres Bild. Offizielle Pläne sahen ursprünglich 12,9 Billionen Rubel für die nationale Verteidigung im Jahr 2026 vor. Bloomberg berichtete jedoch, dass die tatsächlichen Militärkosten dieses Ziel um 4 bis 5 Billionen Rubel übersteigen würden.

Um die Lücke zu schließen, bereitet das russische Finanzministerium tiefe Einschnitte bei zivilen Programmen vor und leiht sich weitere Billionen. Die Kriegsausgaben erreichten allein im ersten Quartal 5,9 Billionen Rubel, so eine Analyse von Janis Kluge vom Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit.

Diese Summe spiegelt einen massiven Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren wider. Kluge berechnete, dass die gesamten Kriegskosten seit 2022 746,6 Milliarden US-Dollar erreicht haben. Dieser Betrag entspricht 28 Jahren staatlicher Gesundheitsausgaben oder 30 Jahren öffentlicher Bildung.

Sich vergrößerndes Haushaltsloch

Der starke militärische Fokus erzwingt schmerzhafte Kompromisse an anderer Stelle. Emil Ablaev, Analyst am Zentrum für Makroökonomische Analyse und Kurzfristprognosen, stellte fest, dass die Staatseinnahmen im letzten Jahr um 3 Billionen Rubel unter den Zielen gelegen hätten.

Russland erhöhte seine Mehrwertsteuer auf 22 Prozent, um Einnahmen zu generieren, doch das Haushaltsdefizit erreichte in der ersten Jahreshälfte immer noch fast 6 Billionen Rubel. Ablaev warnt, dass das Defizit bis Dezember auf 7 Billionen Rubel anwachsen könnte.

Trotz des zunehmenden fiskalischen Drucks erweitert Moskau seine Streitkräfte ab August um weitere 27.000 Soldaten, und mehrere Beobachter sowie westliche Beamte haben gewarnt, dass Putin im Herbst eine neue Mobilisierung von weiteren 500.000 Soldaten planen könnte.