Startseite Nachrichten Andy Burnham schlägt umfassende Pflegereform zur Rettung des NHS vor

Andy Burnham schlägt umfassende Pflegereform zur Rettung des NHS vor

Downing Street, 10, UK, London
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Die Reparatur eines öffentlichen Dienstes, von dem alle einig sind, dass er kaputt ist, klingt nach einer edlen Mission.

Die Geschichte zeigt jedoch, dass einige politische Fallstricke viel zu gefährlich sind. Nun betritt ein ehrgeiziger Politiker ein politisches Schlachtfeld, das fast jeden seiner Vorgänger besiegt hat, berichtet The Express.

Politische Gefahrenzone

Die Reform der Sozialpflege gilt in Großbritannien weithin als die ultimative politische Falle. Seit Tony Blair 1997 dringende Maßnahmen versprach, sind zweiundzwanzig separate Reformvorschläge in Vergessenheit geraten.

Premierminister von Theresa May bis Boris Johnson kämpften mit dem Thema, während Keir Starmer sich entschied, sich vollständig davon zurückzuziehen. Nun nimmt der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, die Herausforderung an. Laut The Express warnt Burnham, dass der National Health Service (NHS) ohne eine sofortige Reform der Sozialpflege den totalen Zusammenbruch riskiert.

Fast zwei Millionen ältere Menschen in ganz England leben derzeit ohne ausreichende Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben wie Anziehen und Baden. Dieses Pflegedefizit führt dazu, dass Tausende in Krankenhausbetten festsitzen, obwohl sie sich zu Hause erholen könnten, was die lokalen Gesundheitsnetzwerke zusätzlich belastet.

Die Finanzierung einer dauerhaften Lösung bleibt die größte Hürde. Potenzielle Ideen umfassen eine zehnprozentige Erbschaftssteuer auf den Nachlass verstorbener Hausbesitzer oder eine neue Steuer für Arbeitnehmer, doch beide Vorschläge stoßen auf heftigen Widerstand.

Enorme Kosten

Laut Zahlen, die von Reform UK zitiert werden, könnte eine Nachlassabgabe durchschnittliche Hausbesitzer rund 75.000 Pfund kosten. Kritiker bezeichnen diese Abgabe als „Todessteuer“, während eine Arbeitsplatzsteuer jüngere Arbeitnehmer treffen würde, die bereits mit hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben.

Die Staatsverschuldung wird in diesem Jahr auf 130 Milliarden Pfund prognostiziert, was wenig Spielraum für neue Ausgaben lässt. Die Schaffung eines Pflegemodells nach NHS-Vorbild könnte bis 2035 zusätzlich 18,5 Milliarden Pfund jährlich kosten, was die Minister zwingt, Sozialleistungskürzungen oder Rentenanpassungen in Betracht zu ziehen.

Burnham steht auch vor schwierigen politischen Hürden. Laut The Express löste er Kontroversen aus, nachdem er Nigel Farages Reform UK aus parteiübergreifenden Gesprächen ausgeschlossen hatte, während die Konservativen unter Kemi Badenoch nach früheren politischen Auseinandersetzungen über die Pflegefinanzierung skeptisch bleiben.

Obwohl Burnham hofft, dass eine positive Führung die Gegner zusammenbringen kann, argumentieren Kommentatoren, dass Optimismus allein kein Milliarden-Pfund-Loch füllen kann. Ohne eine breite Einigung darüber, wer zahlt, könnte dieser jüngste Rettungsversuch schnell scheitern.

Quellen: The Express, Reform UK