Startseite Politik „Ohne Fleiß kein Preis“: Trump-Anhänger gespalten über steigende Spritpreise

„Ohne Fleiß kein Preis“: Trump-Anhänger gespalten über steigende Spritpreise

General Motors, Michigan
Colinmthompson / Shutterstock.com

Trump feiert die Erfolge der Zölle, aber die Wähler in Michigan stehen vor steigenden Kosten und einer unsicheren wirtschaftlichen Zukunft.

Am Mittwoch dieser Woche besuchte US-Präsident Donald Trump General Motors im Bundesstaat Michigan, um seine Handelspolitik zu einem durchschlagenden Erfolg zu erklären.

Doch außerhalb der Fabriktore erleben viele Verbraucher eine etwas beschwerlichere Alltagsrealität. Ökonomen weisen darauf hin, dass teurere Importe wichtiger Komponenten und steigende Benzinpreise die normalen Haushalte hart treffen.

Gleichzeitig zeigen Umfragen ein deutlich sinkendes Verbrauchervertrauen. „Den Autokonzernen geht es besser als je zuvor“, bemerkte Trump selbstbewusst während einer Veranstaltung im Automobilwerk in Milford. Er fügte stolz hinzu: „Es ist erstaunlich, was Zölle für General Motors bewirken“, bevor er seine Unterschrift auf einer fabrikneuen Corvette platzierte.

Unter den Wählern ist die finanzielle Belastung jedoch deutlich zu spüren. Doch nicht alle Anhänger entgehen dem wirtschaftlichen Kater, berichtet The Independent.

Unter den Zuhörern war die 64-jährige Rentnerin Lisa Scherer, die trotz einer knappen monatlichen Auszahlung von rund 1.100 Dollar und skyhohen Treibstoffpreisen weiterhin ihre Unterstützung anbietet. Sie hielt dennoch an ihrer Unterstützung fest mit den Worten: „Ohne Fleiß kein Preis, schätze ich.“

Zahlen zeigen einen Rückgang

Das wirtschaftliche Bild in Michigan erscheint unter der Oberfläche tief gespalten. Auch wenn die Automobilindustrie – allen voran GM – mit zukünftigen Milliardenprojekten und der Verlagerung der Produktion ins eigene Land lockt, sieht die finanzielle Realität im Hier und Jetzt ganz anders aus.

Neue Arbeitsmarktzahlen der Behörden zeigen, dass der Industriesektor in Michigan seit dem Inkrafttreten der neuen Importzölle im vergangenen Frühjahr mehr als 8.000 Arbeitsplätze verloren hat.

Die Kluft zwischen Rhetorik und Realität stößt bei dem lokalen Meinungsforscher Bernie Porn auf scharfe Kritik. Er schätzt, dass die rosarote Darstellung des Präsidenten Lichtjahre von der Realität entfernt ist, der die Wähler an den Kassen gegenüberstehen, wo der Inflationsdruck nach wie vor alles überschattet.

Die Industrie selbst warnt, dass die Lieferketten ernsthaft gestört werden könnten, sollte die Regierung ihre Drohung wahr machen, einen Zollsatz von 50 Prozent auf kanadische Importe zu erheben.

Viele Automobilhersteller weisen darauf hin, dass die Entlastungen bei Autoteilen nur vorübergehend sind und bis 2030 laufen, was laut „The Independent“ zukünftige Unsicherheit schafft.

Unsicherer Zukunftskurs

Der Handelskrieg und die daraus resultierenden Preiserhöhungen drohen die Wählerunterstützung bei den anstehenden Vorwahlen in Michigan zu schwächen.

Republikanische Kandidaten wie John James und Mike Rogers kämpfen nun darum, die Wähler zu halten, während sich die Debatte über Handelsstrafen gegen das benachbarte Kanada verschärft.

Unter Trumps loyaler Basis ist die Haltung jedoch, dass man sich in Geduld üben muss, berichtet „The Independent“.

Der 49-jährige Handwerker Roy Parks argumentiert, dass die derzeitigen Preiserhöhungen bloß ein vorübergehendes Übel seien, in das man beißen müsse, um dauerhafte Verbesserungen für die US-Wirtschaft zu erreichen.

Die Frage im Vorfeld der kommenden Wahl im November wird daher sein, ob die Wähler in Michigan Trumps Versprechen für zukünftiges Wachstum belohnen oder ob hohe Lebenshaltungskosten die Stimmung gegen republikanische Kandidaten kippen lassen.

Die Geschichte zeigt die Kehrseite von

Zöllen Die Diskussion um Trumps aktuelle Handelspolitik spiegelt Erfahrungen aus seiner ersten Präsidentschaftsperiode wider, als er 2018 Zölle auf Waren wie Stahl und Aluminium einführte, um amerikanische Produzenten zu schützen.

Laut einer Analyse der U.S. International Trade Commission (USITC) hatten die Zölle eine deutliche Wirkung auf die Importe, erhöhten jedoch gleichzeitig die Kosten für amerikanische Unternehmen, die auf ausländische Materialien angewiesen waren.

Die USITC kam unter anderem zu dem Schluss, dass US-Importeure zwischen 2018 und 2021 weitgehend die finanzielle Last der Zölle trugen, da die Preise für importierte Waren entsprechend stiegen.

Die Erfahrungen aus dem ersten Handelskonflikt zeigen somit das Dilemma, das auch die aktuelle Debatte prägt: Zölle können einzelne heimische Industrier stärken,