Ein Notruf aus dem Haus der Familie führte zu strafrechtlichen Ermittlungen zu den letzten Lebensstunden eines Säuglings. Nach Angaben der Polizei gab die Mutter des Kindes mehrere unterschiedliche Erklärungen ab, bevor sie weitere Vorfälle schilderte.
Eine 23-jährige Mutter aus dem US-Bundesstaat Florida ist wegen schwerer Kindesmisshandlung angeklagt worden, nachdem ihr sechs Monate alter Sohn gestorben war. Die Polizei untersucht den Fall als mutmaßliches Tötungsdelikt.
Tatiana Norman rief am 29. Juni um 23.39 Uhr den Notruf und erklärte, Jeremiah reagiere nicht, wie aus Polizeiangaben hervorgeht, über die The Mirror berichtete. Das Kind wurde in ein Krankenhaus in Lakeland gebracht, wo es kurz nach Mitternacht für tot erklärt wurde.
Nach Angaben der Polizei behauptete Norman zunächst, Jeremiah sei von einem Bett gefallen, während sie eine Babyflasche zubereitete. Später erklärte sie, entweder sie selbst oder ihr einjähriges Kind könnten sich im Schlaf auf ihn gerollt haben.
Die Ermittler befragten sie außerdem zu einer Verletzung an Jeremiahs Bein. Norman nannte mehrere mögliche Ursachen, darunter Badewasser, Waschmittel und verschüttete Brühe. Laut Polizei wurde die Verletzung im Obduktionsbericht als Folge eines „schwerwiegenderen thermischen Ereignisses“ beschrieben.
Polizei konzentriert sich auf spätere Aussage
Schließlich erklärte Norman den Ermittlern, sie habe Jeremiah fallen gelassen, als sie nach einer Fernbedienung griff. Anschließend habe sie im Internet nach Anzeichen einer Gehirnerschütterung gesucht, anstatt sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Außerdem gab sie zu, den Säugling in einen Laufstall „geworfen“ zu haben, der weder gepolstert war noch über eine weiche Unterlage verfügte. Nach Angaben der Polizei, die von The Mirror zitiert werden, stand der Laufstall auf einem Fliesenboden.
Lakelands Polizeichef Sammy Taylor Jr. sagte auf einer Pressekonferenz:
„Als sie den Säugling in den Laufstall warf, zeigte er eine unmittelbare und deutliche Reaktion: Er zog die Hände an und krümmte sie. Ich glaube, dass die schwere Verletzung wahrscheinlich in diesem Moment entstanden ist.“
Nach Angaben der Polizei wurde Jeremiah später lethargisch und nahm keine Säuglingsnahrung mehr zu sich. Die Ermittler werfen Norman vor, TikTok-Videos angesehen und pornografische Websites besucht zu haben, bevor sie schließlich den Notruf wählte.
„Ich habe den Eindruck, dass er bereits seit mehreren Stunden tot war, als sie sich schließlich entschied, uns anzurufen“, sagte Taylor.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung befand sich Norman in Haft und konnte nicht gegen Kaution freigelassen werden. Bei der Anklage handelt es sich bislang lediglich um einen Vorwurf. Aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, ob sie sich vor Gericht schuldig oder nicht schuldig bekannt hat.
Quelle: The Mirror