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Treibstoffmangel und wirtschaftliche Not lassen Putins Beliebtheit einbrechen

Vladimir Putin (1)
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Da eine Treibstoffkrise und die Inflation die Wirtschaft treffen, erlebten die Beliebtheitswerte von Wladimir Putin den steilsten Einbruch seit 2022.

Die Illusion der russischen Stabilität bröckelt unter einer Treibstoffkrise und der steigenden Inflation. Normale Bürger stehen vor Benzinrationierungen und Internet-Blackouts, was ihren Unmut an die Oberfläche bringt. Diese wachsende Wut zeigt sich nun in offiziellen Umfragen und signalisiert einen Wandel in der Wahrnehmung der Führung.

Der Einbruch der Umfragewerte

Staatnahe Umfrageinstitute verzeichnen deutliche Rückgänge der Zustimmung zum Präsidenten, die sie nicht mehr verbergen können. Wie Kyiv Post berichtet, verzeichnete die Stiftung Öffentliche Meinung einen wöchentlichen Rückgang von 5 % für Wladimir Putin, womit seine Zustimmung auf 66 % fiel. Dies ist der steilste wöchentliche Einbruch seiner Zustimmungswerte seit der Ausrufung der partiellen Mobilmachung im Herbst 2022.

Das staatliche Institut VTsIOM bestätigte diesen Trend und maß die Zustimmung zum Präsidenten Mitte Juli bei nur noch 65 %, wie The Moscow Times meldet. Das allgemeine Vertrauen in den russischen Staatschef fiel mit der Verschlechterung der Lebensbedingungen zeitgleich auf 67 %. Der Anteil der Befragten, die aktiv Unzufriedenheit äußerten, stieg unterdessen auf 16 %, was den höchsten Wert seit Beginn der Invasion markiert.

Diese Zahlen sind wichtig, da Bürger gegenüber offiziellen Meinungsforschern meist davor zurückschrecken, Kritik an der Regierung zu äußern. Der Rückgang zeigt, dass der Ärger über den Konflikt die gewohnte Selbsterhaltung überwiegt. Analysten werten diese Veröffentlichungen als gefiltertes Abbild einer viel tieferen Vertrauenskrise in der Arbeiterschaft.

Die einheimische Treibstoffkrise

Der Auslöser für diesen Unmut ist ein landesweiter Treibstoffmangel, der die lokale Logistik lahmlegt. Ukrainische Drohnenangriffe haben seit Anfang 2026 acht der zehn größten Ölraffinerien des Landes außer Betrieb gesetzt. Laut der Foundation for Strategic Research hat diese Kampagne über 90 % der russischen Regionen dazu gezwungen, Benzin und Diesel zu rationieren.

Für Pendler und Lieferdienste macht es der fehlende Treibstoff schwer, den Alltag zu bewältigen. Die heimische Benzinproduktion liegt unter dem landesweiten Bedarf, was zu Engpässen in den Lieferketten führt. Die Verknappung treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe, sodass Familien einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen.

Breitere Wirtschaftsdaten bestätigen, dass Russland unter den Kriegsausgaben und Infrastrukturschäden ächzt. Die russische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr kürzlich auf nahe 0 % gesenkt, wie Defence24 berichtet. Da die Industrie an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, kann die Regierung die Zivilbevölkerung nicht mehr vor den finanziellen Folgen des Krieges schützen.

Der Druck auf den Alltag

Die wirtschaftliche Misere wird durch staatliche Eingriffe in die tägliche Kommunikation der Bürger noch verschärft. Laut unabhängigen Medien wie Meduza schalten Behörden regelmäßig das Internet ab und schränken Apps wie Telegram ein, um Proteste zu verhindern. Diese Störungen hindern kleine Unternehmen an digitalen Zahlungen und schneiden Familien in Notfällen von Nachrichten ab.

Der alte Gesellschaftsvertrag, bei dem die Bevölkerung Schweigen gegen wirtschaftliche Stabilität tauschte, löst sich auf. Arbeiterfamilien, die die Politik früher ignorierten, stehen nun vor Einberufungsbefehlen und einer steigenden Inflation. Der Kreml kann sich nicht mehr auf patriotische Rhetorik verlassen, um Menschen zu beruhigen, die kaum ihre Wohnungen heizen können.

Angesichts sinkender Umfragewerte versuchen regionale Gouverneure hektisch, Anzeichen von Unmut zu unterdrücken. Die Bevölkerung zum Schweigen zu bringen wird jedoch unmöglich, wenn die Grundlagen der Wirtschaft weiter zerbröckeln. Der Verlust des Vertrauens deutet darauf hin, dass die größte Gefahr für das Regime am Ende von erschöpften Bürgern statt von fremden Armeen ausgeht.