Ein Bluttest, der p-tau217 misst, kann dazu beitragen, künftigen kognitiven Verfall Jahre vor dem Auftreten von Symptomen vorherzusagen.
Ein routinemäßiger Bluttest, der auf ein bestimmtes Protein abzielt, könnte Ärzten schon bald eine Möglichkeit bieten, Gedächtnisverlust Jahrzehnte im Voraus vorherzusagen.
Hohe Werte eines Biomarkers namens p-tau217 wurden bei gesunden älteren Erwachsenen mit einer um 38 % höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, innerhalb von fünf Jahren eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, so CNN.
Über einen Zeitraum von zehn Jahren stieg dieses prognostizierte Risiko auf 78 %. Das Protein funktioniert ähnlich wie ein Rauchmelder für frühe biologische Veränderungen tief im Inneren des Gehirns. Schädliche Amyloid-Plaques können sich jahrelang unbemerkt ansammeln, und sobald sie beginnen, mit Tau-Protein-Bündeln zu interagieren, kollabieren Nervenzellen und sterben ab.
Hauptautorin Rachel Buckley, außerordentliche Professorin für Neurologie an der Harvard Medical School, betonte die Bedeutung der Erkenntnis.
„Was mir das sagt, ist, dass wir p-tau217-Bluttests in Zukunft wirklich nutzen können, um das individuelle Risiko einer kognitiven Beeinträchtigung einer Person zu verstehen“, sagte Buckley.
Notwendigkeit zur Vorsicht
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse raten Gesundheitsexperten Patienten davon ab, jetzt schon voreilig eine Früherkennung zu verlangen.
Vorübergehende Leiden oder zugrundeliegende Organprobleme können die Testergebnisse leicht verfälschen, was zu irreführenden Messwerten führt.
Fachärzte betonen, dass diese Tests niemals als eigenständiges Diagnosewerkzeug verwendet werden sollten.
Dr. Richard Isaacson, Forschungsdirektor am Institute for Neurodegenerative Diseases in Florida, mahnte zu einem vorsichtigen Umgang mit der neuen Technologie.
„Niemals würde ich einen p-tau217-Test isoliert anordnen. Warum? Zum einen zeigt er nur einen kleinen Teil dessen, was meist ein komplexes biologisches Bild ist“, sagte Isaacson, laut CNN.
Eine neue Richtung
Daten, die von der Alzheimer’s Drug Discovery Foundation unterstützt werden, legen nahe, dass fast die Hälfte aller Demenzdiagnosen vermieden werden könnte.
Tägliche Entscheidungen bezüglich Bewegung, Schlaf und Ernährung spielen eine direkte Rolle bei der Eindämmung der Proteinansammlung im Gehirn.
Gesunde Gewohnheiten wie regelmäßige Bewegung, besserer Schlaf und gute Ernährung können die Proteinspiegel im Gehirn aktiv senken.
Ärzte beginnen nun, diese Bluttests zu nutzen, um in Echtzeit zu überwachen, wie gut Patienten auf alltägliche Gesundheitsinterventionen ansprechen.
Hausärzte nutzen die Tests auch, um zu entscheiden, wann sie Patienten für weitere Untersuchungen an Spezialisten überweisen.
Obwohl das Diagnosewerkzeug umfassendere klinische Tests erfordert, markiert es einen riesigen Schritt dahingehend, den kognitiven Verfall zu stoppen, bevor er Fuß fasst, berichtet CNN.