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Langjähriger Insider beschreibt Putin als „ohne jedes Mitgefühl“ – und warnt, dass es immer schlimmer wird

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President.am, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Er traf sich häufig persönlich mit Präsident Wladimir Putin.

Wenn sich ein Staatschef hinter Palastmauern isoliert, erhalten Außenstehende selten einen Einblick in sein wahres Denken.

Gewöhnlich verlassen wir uns auf öffentliche Reden und inszenierte Sendungen, um seinen nächsten Schritt zu erahnen.

Doch manchmal enthüllt ein seltener Augenzeugenbericht die erschreckende Realität dessen, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt.

Eine private Audienz

Jahrzehntelang leitete der russische Journalist Alexej Wenediktow den unabhängigen Radiosender Echo Moskaus. Bevor die Regierung seinen Sender schloss, traf er sich häufig persönlich mit Präsident Wladimir Putin.

Diese privaten Treffen ermöglichten es dem erfahrenen Redakteur, den russischen Staatschef aus nächster Nähe zu studieren. In einem kürzlich geführten Interview mit „Die Welt“ teilte Wenediktow beunruhigende Details über die tiefe Besessenheit des Präsidenten von der NATO mit.

Er erklärte, dass die sich verschiebenden Grenzen in Osteuropa für den Kremlchef einen buchstäblichen Countdown darstellen. Die wahrgenommene Bedrohung werde in exakten Minuten und Sekunden gemessen.

Messer und Raketen

Während eines Treffens äußerte Putin seinen Zorn über eine kürzliche Radiosendung, die militärische Logistik herunterspielte. Wenediktow erinnerte sich an die genaue Konfrontation.

„Ich habe gestern Ihren Radiosender gehört. Dort war ein Experte, der sagte, dass die Flugzeit von Raketen keine Rolle spielt. Wie kann das keine Rolle spielen?“, fragte Putin laut dem „Die Welt“-Interview, das von Onet zitiert wurde.

Der russische Staatschef griff daraufhin zu gewöhnlichem Geschirr, um einen hypothetischen Angriff darzustellen. Wenediktow erklärte, dass Putin ein Messer und einen Löffel vom Tisch nahm, um ankommende Raketen und langsame Luftabwehrsysteme zu symbolisieren.

Die visuelle Demonstration bewies, dass Putin glaubt, die NATO-Erweiterung habe die Flugzeit einer Rakete nach Moskau von acht auf fünf Minuten verkürzt.

Ohne Empathie

Ob die Raketenberechnung korrekt ist, spielt kaum eine Rolle. Der Journalist merkte an, dass der Präsident dies vollkommen glaube und diese intensive Paranoia seine täglichen Entscheidungen antreibe.

Jahrzehnte dieser privaten Treffen hinterließen einen deutlichen Eindruck beim Radiomoderator. „Putin ist sehr kalt, sehr empathielos, sehr rational und kalkulierend“, sagte Wenediktow gegenüber „Die Welt“.

Während der Staatschef in seinen frühen Jahren gelegentlich echte Emotionen zeigte, sind diese Zeiten längst vorbei. Der Journalist warnte, dass diese harten Charakterzüge mit der Zeit nur noch stärker geworden seien.

Jeder, der versucht, mit ihm zu verhandeln, steht vor einer nahezu unmöglichen Aufgabe. Laut Wenediktow besitze der Präsident ein ausgezeichnetes Gedächtnis und eine eiserne Logik, die sich nicht widerlegen lasse.

Quellen: Die Welt