Startseite Nachrichten Gescheiterte Klage kostet Kennedy Center mehr als 250.000 Dollar

Gescheiterte Klage kostet Kennedy Center mehr als 250.000 Dollar

The Kennedy memorial center for the performing arts
Amy Lutz / Shutterstock.com

Monatelange Auseinandersetzungen vor Gericht haben die Aufmerksamkeit weiterhin auf Entscheidungen gelenkt, die an einer der führenden Kultureinrichtungen Washingtons getroffen wurden. Mehrere getrennte Verfahren haben Veränderungen untersucht, die von der Leitung der Institution vorgenommen wurden.

Eine Richterin des D.C. Superior Court hat das Kennedy Center angewiesen, dem Jazz-Schlagzeuger und Vibrafonisten Chuck Redd die Kosten zu erstatten, die ihm durch eine vom Veranstaltungsort gegen ihn angestrengte Vertragsklage entstanden sind.

NPR berichtet, dass Richterin Tanya M. Jones Bosier Redd 252.479,70 Dollar an Anwaltsgebühren und weiteren Kosten zugesprochen hat. Das Kennedy Center will gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

Redd hatte seit 2006 den Christmas Eve Jazz Jam des Kennedy Center betreut, schrieb The Associated Press. Er sagte seinen Auftritt im Dezember 2025 ab, nachdem der Vorstand dafür gestimmt hatte, den Namen von Präsident Donald Trump an der Institution anzubringen.

Gericht weist Vertragsklage ab

Das Kennedy Center reagierte darauf mit einer Klage gegen Redd. Seine Anwälte erklärten, er sei vertraglich nicht zu einem Auftritt verpflichtet gewesen. The Associated Press berichtete zudem, dass die vom Kennedy Center vorgelegte Vereinbarung nie von ihm unterzeichnet worden sei.

Im Juni wies der D.C. Superior Court die Klage auf Grundlage des Anti-SLAPP-Gesetzes des District of Columbia endgültig ab. Das Gesetz schafft eine Möglichkeit, bestimmte Klagen anzufechten, die aus Äußerungen oder der Beteiligung an Angelegenheiten von öffentlichem Interesse hervorgehen.

Nach der Abweisung erklärte Redd gegenüber The Associated Press, er sei „sehr zufrieden mit der Entscheidung der Richterin“.

Der frühere Leiter des Kennedy Center, Richard Grenell, hatte Redd zuvor schriftlich gewarnt: „Wir werden von Ihnen wegen dieses politischen Manövers 1 Million Dollar Schadenersatz verlangen“, wie Katz Banks Kumin, die Kanzlei, die den Musiker vertritt, mitteilte.

Weitere Rechtsstreitigkeiten

Redds Fall lief parallel zu weiteren Gerichtsverfahren über den Namen, die Leitung und den künftigen Betrieb des Kennedy Center. The Associated Press berichtete, dass der US-Kongress die Institution 1964 zu einer Gedenkstätte für Präsident John F. Kennedy erklärte und ihrem Namen damit eine besondere rechtliche und historische Grundlage verlieh.

In einem separaten Verfahren im Mai 2026 stellte ein Bundesrichter laut The New York Times fest, dass Trumps Name rechtswidrig hinzugefügt worden sei, und ordnete an, die geänderte Namensgebung zu entfernen.

Das Gericht stoppte außerdem vorübergehend die Pläne, das Kennedy Center während Renovierungsarbeiten für rund zwei Jahre zu schließen. Damit unterliegt eine weitere wichtige Entscheidung der Leitung der Institution einer gerichtlichen Überprüfung.

Quellen: NPR, The Associated Press, The New York Times