Es ist nicht das erste Mal, dass die weltberühmte Kindersendung wegen der Verbreitung von Pro-Kreml-Narrativen in der Kritik steht.
Kinder auf der ganzen Welt verbringen Millionen von Stunden damit, fröhlichen Zeichentrickfiguren beim Spielen auf dem Bildschirm zuzusehen.
Doch hinter der unschuldigen Musik und der heiteren Slapstick-Komödie kann digitale Unterhaltung schnell zu einem erbitterten geopolitischen Schlachtfeld werden.
Einer der beliebtesten Kinderzeichentrickfilme, „Mascha und der Bär“, wird weltweit auf Netflix und YouTube ausgestrahlt. Nun aber sanktioniert die Ukraine die Macher der Sendung, da sie eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.
Zeichentrickfilm im Visier
Die Ukraine hat offiziell strenge Sanktionen gegen die Macher einer der bekanntesten Kindersendungen im Internet verhängt. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete ein formelles Dekret, das sich gegen die Hauptverantwortlichen von „Mascha und der Bär“ richtet, nachdem Beamte zu dem Schluss gekommen waren, dass die Sendung eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle.
Die rechtlichen Maßnahmen treffen direkt das Animaccord Animation Studio, die Hauptproduktionsfirma der Serie. Die ukrainischen Behörden sanktionierten zudem den Gründer, den Geschäftsführer, den Regisseur, den Drehbuchautor und den Co-Produzenten des Studios.
Beamte in Kiew warfen dem weltweiten Hit vor, weit mehr zu tun, als nur Kleinkinder zu unterhalten. Sie behaupten, die Serie trage dazu bei, Einnahmen für die russische Regierung zu generieren, während sie gleichzeitig subtil politische Narrative des Kremls über internationale Streaming-Plattformen verbreite.
„Wir müssen gesondert auf russische Propaganda reagieren, insbesondere wenn sie auf Kinder abzielt und über große internationale Plattformen verbreitet wird“, sagte Wladyslaw Wlasjuk, Selenskyjs Berater für Sanktionspolitik.
Vertreter des Studios wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten sie als „falsch und verleumderisch“.
Nicht die erste Kritik
Die Auseinandersetzungen um die Sendung reichten bereits Anfang dieses Sommers über die Ukraine hinaus.
Laut The Moscow Times schrieb eine Gruppe britischer Abgeordneter einen offenen Brief, in dem sie die britische Kulturministerin Lisa Nandy aufforderte, Streaming-Plattformen dazu zu drängen, die Sendung abzusetzen, da angeblich mehrere Episoden subtile Propaganda enthielten.
Auch Moskau schaltete sich ein: Kreml-Beamte kritisierten die neuen Sanktionen am vergangenen Freitag scharf und behaupteten, dass Maßnahmen gegen einen harmlosen Kinderzeichentrickfilm „einmal mehr die Hässlichkeit des Kiewer Regimes zeigten“.
„Mascha und der Bär“ schöpft seine grundlegende Inspiration aus einem traditionellen russischen Volksmärchen. Seit dem Start hat die Sendung globale Streaming-Rekorde gebrochen und sich zu einem der meistgesehenen Zeichentrick-Franchises in der Geschichte von YouTube entwickelt.