Ukrainische Drohnenangriffe auf große Distanz haben 86 % der primären Rohölverarbeitungskapazität einer großen russischen Ölraffinerie in Perm vorübergehend lahmgelegt.
Ukrainische Streitkräfte griffen eine große russische Ölraffinerie weit entfernt von der Grenze an. Der Angriff reduzierte die primären Kapazitäten der Anlage zur Rohölverarbeitung erheblich. Diese Operation markiert einen weiteren Langstreckenangriff, der auf kritische Energieinfrastruktur abzielt.
Bewertung der Anlagenschäden
Die Perm-Raffinerie verlor nach jüngsten Angriffen über 80 % ihrer primären Verarbeitungskapazität. Laut United24 Media werden derzeit mehrere atmosphärische Vakuumdestillationsanlagen repariert. Diese Anlagen führen die anfängliche Verarbeitung von Rohöl an diesem Standort durch.
Die stark betroffene Anlage AVT-5 hat eine Jahreskapazität von 4,53 Millionen Tonnen. Wie von United24 Media berichtet, zeigen Satellitenbilder kritische Schäden an ihren Destillationskolonnen. Analysten identifizierten zudem zuvor ungemeldete Schäden an Geräten, die für die Entsalzung und Entwässerung verantwortlich sind.
Diese Kombination von Schäden könnte die Anlage für einen längeren Zeitraum außer Betrieb setzen. Laut United24 Media entdeckten Analysten Anzeichen für Reparaturarbeiten an der Anlage AVT-4. Satellitenbilder zeigten arbeitende Kräne, was darauf hindeutet, dass auch diese Anlage Schäden erlitten hat.
Störung der Rohölproduktion
Beobachter bemerkten einen weiteren Reparaturkran in der Nähe der Verarbeitungsanlage AVT-1. An diesem Ort war zuvor nach einem gemeldeten Angriff ein Feuer ausgebrochen. Diese spezielle Anlage verarbeitet jährlich etwa 1,83 Millionen Tonnen Rohöl.
Das Projekt Dnipro Osint schätzte die gesamte ausgefallene Kapazität auf 86 %. Wie von United24 Media angemerkt, betrifft diese Störung rund 11,3 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Die gesamte Anlage verfügt normalerweise über eine Jahreskapazität von etwa 13 Millionen Tonnen.
Das Werk LUKOIL-Permnefteorgsintez zählt zu den größten Raffinerien des Landes. Es produziert Benzin, Diesel, Flugtreibstoff und andere wichtige Erdölprodukte. Die Produktion bedient den Inlandsmarkt und belieferte früher auch internationale Käufer.
Durchführung des Langstreckenangriffs
Die anvisierte Anlage liegt mehr als 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Ukrainische Langstreckendrohnen griffen den Raffineriekomplex am 21. August an. Laut United24 Media zeigten von Anwohnern geteilte Aufnahmen dichten Rauch, der aus dem Gebiet aufstieg.
Die russischen Behörden gaben am Morgen des Angriffs eine regionale Drohnenwarnung heraus. Beamte setzten den gesamten Flugbetrieb am örtlichen Flughafen Perm vorübergehend aus. Anwohner berichteten, mehrere Explosionen und Luftschutzsirenen in der ganzen Stadt gehört zu haben.
Diese Angriffe haben die breitere russische Raffinerieindustrie zunehmend gestört. Die Angriffe zwingen Energieanlagen, die Produktion einzustellen und umfangreiche Reparaturen durchzuführen. Die Ukraine nutzt weiterhin unbemannte Systeme, um Ziele tief im feindlichen Gebiet zu erreichen.