Neue Forschungsergebnisse liefern eine weitere Perspektive auf eine bekannte Frage der öffentlichen Gesundheit. Die jüngste Analyse könnte dazu beitragen, besser einzuordnen, wie die verfügbaren Möglichkeiten im Vergleich abschneiden.
Nikotin-E-Zigaretten helfen mehr Rauchern beim Aufhören als herkömmliche Nikotinersatzprodukte wie Pflaster und Kaugummis. Das geht aus einer aktualisierten Übersichtsarbeit von Cochrane hervor, in der die Wirksamkeit verschiedener Methoden zur Raucherentwöhnung untersucht wurde.
Die Forschenden werteten 80 randomisierte Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmenden aus, wodurch die Analyse auf einer umfangreichen Evidenzbasis beruht. Im Vergleich zur Nikotinersatztherapie führten nikotinhaltige E-Zigaretten dazu, dass pro 100 Behandelten etwa vier zusätzliche Personen langfristig mit dem Rauchen aufhörten. Dies deutet auf einen relevanten Vorteil für Raucher hin, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.
Cochrane stufte die Evidenz für diesen Vergleich als sehr zuverlässig ein, was auf ein hohes Vertrauen in das Gesamtergebnis hinweist. Nikotinhaltige E-Zigaretten erzielten zudem bessere Ergebnisse als E-Zigaretten ohne Nikotin.
Ein Teil der Evidenz ist weniger sicher
Die Erfolgsquoten beim Rauchstopp waren höher, wenn nikotinhaltige E-Zigaretten mit verhaltensorientierter Unterstützung oder ganz ohne Unterstützung verglichen wurden. Cochrane erklärte jedoch, das Vertrauen in diese Evidenz sei geringer, da die zugrunde liegenden Studien Einschränkungen und ein mögliches Verzerrungsrisiko aufwiesen.
In den einbezogenen Studien gab es keine Hinweise darauf, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei Nutzern von E-Zigaretten häufiger auftraten. Die Forschenden erklärten jedoch, dass weiterhin längerfristige Studien erforderlich seien, um die Auswirkungen eines langfristigen Vapings zu bestimmen.
Der britische National Health Service erklärt, dass Nutzer beim Vaping weniger Schadstoffen und im Allgemeinen auch geringeren Schadstoffmengen ausgesetzt sind als beim Rauchen von Zigaretten. Gleichzeitig betont die Organisation, dass Vaping nicht risikofrei ist und Kinder sowie Nichtraucher nicht damit beginnen sollten.
Direkte Vergleiche bleiben begrenzt
Die BBC hat die Frage aufgegriffen, wie nikotinhaltige E-Zigaretten im Vergleich zu Cytisin abschneiden, einem Medikament zur Raucherentwöhnung, das inzwischen im Vereinigten Königreich erhältlich ist.
Den Forschenden liegen jedoch weiterhin nicht genügend direkte Belege vor, um beurteilen zu können, ob nikotinhaltige E-Zigaretten wirksamer sind als Cytisin. Beide können Menschen dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, doch Studien haben bislang nicht gezeigt, dass eine der beiden Methoden eindeutig wirksamer ist als die andere.
Der NHS erklärt, dass Raucher, die auf Vaping umsteigen, vollständig auf Zigaretten verzichten sollten, um den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Zudem empfiehlt die Organisation, das Vaping langfristig ebenfalls aufzugeben, sobald es nicht mehr erforderlich ist, um rauchfrei zu bleiben.
Rauchen bleibt eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheiten und vorzeitige Todesfälle. Ein Rauchstopp senkt das Risiko für Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle.
Quellen: Cochrane Review, NHS Better Health, BBC