Ein katastrophaler Sturzbach, ausgelöst durch einen Gletscherkollaps entlang der Grenze zwischen Nepal und Tibet, hat beinahe 400 Menschen getötet und Hunderte vermisst zurückgelassen.
Such- und Rettungsteams in ganz Nepal und Tibet kämpfen gegen die Zeit, um Überlebende zu lokalisieren.
Die Zerstörung begann am Mittwochmorgen, als eine massive Wand aus Schlamm und Wasser flussabwärts stürzte und Häuser, Straßen und Brücken mitriss.
Laut BBC bestätigte die nepalesische Polizei, dass die Zahl der Todesopfer im Land auf 389 gestiegen ist, während chinesische Behörden drei Todesopfer in Tibet meldeten.
Da mehr als 900 Menschen als vermisst gelten, müssen sich die Rettungskräfte unter ständiger Gefahr neuer Erdrutsche durch zerstörtes Gelände bewegen.
Hunderte internationale Reisende bleiben in der abgelegenen Grenzregion unerreichbar.
Behörden meldeten vermisste Touristen aus Indien, den Vereinigten Staaten, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich sowie dutzende vermisste lokale Sicherheitskräfte.
Von Instrumenten falsch interpretiert
Ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 deutete zunächst auf ein Erdbeben als Hauptauslöser hin.
Aktualisierte Bewertungen des US Geological Survey stellten später klar, dass ein massiver Gletscherbruch eine verheerende Schlamm- und Gerölllawine das Tal hinab auslöste.
Die heftige Welle zerstörte wichtige Transitinfrastruktur am Landport Gyirong, einer wichtigen Handels- und Pilgerverbindung zwischen China und Nepal.
Die kritische Grenzroute war seit ihrer Wiederherstellung am 1. Januar nach einer fast identischen Katastrophe Mitte 2025 kaum in Betrieb gewesen.
Einheimische Familien beschrieben beängstigende Fluchten vor der plötzlichen Flutwelle.
Ein nepalesischer Angehöriger erzählte der BBC, dass seine überlebenden Eltern entkamen, indem sie „wie ein Baby krochen“, während das Schlammwasser näher rückte.
Verzweifelter Rettungsversuch
Um die Sucharbeiten zu unterstützen, haben die nepalesischen Behörden eine 13.000 Mann starke Truppe aus Militär und Strafverfolgungsbehörden in die Katastrophengebiete entsandt.
Der nepalesische Premierminister Balendra Shah bestätigte, dass Rettungsteams im Laufe des Tages 69 Flüge absolvierten, um 573 verletzte Überlebende in medizinische Lager zu evakuieren.
Hilfsorganisationen warnen vor einer schweren humanitären Krise in den kommenden Tagen.
Die UNICEF-Vertreterin Alice Akunga berichtete, dass mehr als 17.000 Kinder dringend Hilfe benötigen, und warnte laut BBC: „Kinder, die die Überschwemmungen überlebt haben, sind nun erhöhten Risiken durch Krankheiten, Mangelernährung, Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.“
Hilfswerke appellieren an sofortige internationale Finanzmittel, um die Nothilfeaktionen aufzustocken.
Die Rettungskräfte durchsuchen weiterhin dichte Schichten aus Schlamm und Trümmern und arbeiten unter der ständigen Gefahr von Folgeüberschwemmungen.