Trotz einer sich verschlechternden Wirtschaftslage, hoher Zinsen und Inflation zeigt sich Wladimir Putin unbesorgt über die russische Wirtschaft.
Russland gibt derzeit deutlich mehr Geld aus, als es einnimmt.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist das Haushaltsdefizit des Landes um 40 % gestiegen.
Das trieb das Defizit in Russland auf 2,8 % und damit deutlich über das offizielle Jahresziel der Regierung von 1,6 %.
Ein hohes Defizit
Der andauernde Krieg in der Ukraine hat seit Beginn der umfassenden Invasion im Februar 2022 Ressourcen gebunden. Um die militärische Offensive aufrechtzuerhalten, sahen sich Regierungsvertreter gezwungen, Steuern zu erhöhen und die Kreditaufnahme zu steigern.
Dennoch spielte der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Rede auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok wirtschaftliche Bedenken herunter. Er betonte, dass die wachsende Finanzlücke noch beherrschbar sei und keine größere Krise für den Staat darstelle.
„Angesichts der Tatsache, dass wir eine der niedrigsten Staatsverschuldungen der Welt haben, gibt es hier nichts Kritisches“, sagte der Präsident laut „The Moscow Times“.
Der Zinsdruck
Seit Monaten fordern Wirtschaftsführer, dass die Regulierungsbehörde die Zinsen senkt, um neue Investitionen anzukurbeln. Doch laut einer Reuters-Umfrage erwarten Branchenanalysten, dass die Zentralbank die Zinsen stabil hält.
Die drohende Inflation bleibt ein wesentlicher Faktor. Zahlen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung zeigten, dass die jährliche Inflation Ende August 6,3 % erreichte. Putin räumte ein, dass hohe Zinsen Hürden für die russische Wirtschaft schaffen, betonte jedoch, dass die Eindämmung des Preiswachstums das Hauptaugenmerk bleiben müsse.
Bezüglich der Beschwerden, dass Kredite für einige Unternehmen unerreichbar geworden seien, fügte Putin hinzu, dass staatliche Kreditprogramme Unternehmen auch im angespannten monetären Klima weiterhin unterstützen würden.