Russische Hacker erbeuteten zahlreiche amerikanische und kanadische Führerscheine. Dies könnte für einige sehr gefährlich werden.
Auf einem russischen Cyberkriminalitätsforum wurde kürzlich eine riesige Datenbank mit gestohlenen Identifikationsdaten veröffentlicht.
Mehr als 153 Millionen Führerscheine amerikanischer und kanadischer Bürger wurden zum Zugriff angeboten.
Einer davon war der Führerschein des US-Verteidigungsministers.
Hegseth als Beweis
Laut dem amerikanischen Journalisten und Cybersicherheitsexperten Brian Krebs wurde diese Woche Nexus, ein Darknet-Dienst für Identitätsdiebstahl, ins Leben gerufen, der gestohlene Führerscheine, Pässe, medizinische Akten und sogar Cannabis zum Kauf anbot.
Um die Echtheit des Datenlecks zu beweisen, bot der Betreiber Krebs eine Kopie des Führerscheins von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an.
Bundesstrafverfolgungsbehörden schritten daraufhin schnell ein. Die Seite ging, kurz nachdem das FBI eine Untersuchung eingeleitet hatte, offline.
Krebs fand eigene Dokumente
Die Hacker behaupteten, sie hätten die Daten stehlen können, indem sie einen führenden IT-Identifikationsdienst gehackt haben, der von den reichsten Unternehmen der Welt genutzt wird.
Die Ermittlungen von Brian Krebs nahmen eine interessante Wendung, als er nach seinem eigenen Namen suchte und feststellte, dass einige der geleakten Dokumente ihm und seiner Mutter gehörten.
Diese Dokumente enthielten persönliche Informationen von ihnen, die von der Autovermietung Hertz stammten. Die Dokumente wurden am selben Tag hochgeladen, an dem sie ein Fahrzeug bei dem Unternehmen gemietet hatten.
Weitreichendes Identitätsrisiko
Der Sicherheitsforscher Zach Edwards entdeckte seinen eigenen Führerschein ebenfalls in dem Leak, nachdem er eine Cannabis-Apotheke von Planet 13 besucht hatte. Dieser Anbieter nutzt IDScan, einen Softwareanbieter mit Sitz in New Orleans.
IDScan arbeitet mit großen Marken wie Hertz, Target und FedEx zusammen. IDScan bestätigte, dass derzeit eine interne Untersuchung läuft.
Larry Baldwin, ein Spezialist für Cybersicherheit, erklärt, dass dieses Datenleck vielfältige Datenschutzbedrohungen für Bürger darstelle, die nicht gefunden werden möchten, wie zum Beispiel Personen in einem Zeugenschutzprogramm.
„Gerade wenn es so aussieht, als ob wir Fortschritte bei der Verbesserung der Authentifizierungskontrollen durch Führerschein-Verifizierungssysteme machen, passiert dies, und genau das, wovon diese Verbesserungen abhängen, wird kompromittiert“, sagte Baldwin.