Er behauptete auch, dass die NATO niemals tatsächlich eingreifen würde, um kleinere Mitglieder zu schützen.
Globale Diplomatie bewegt sich üblicherweise langsam und hinter verschlossenen Türen.
Manchmal jedoch entscheidet sich ein hochrangiger Beamter, das gesamte Protokoll über Bord zu werfen. Eine scharfe neue Warnung, die sich an eine kleine europäische Nation richtet, hat genau das getan.
Eine brutale Warnung
Dmitri Medwedew scheut selten extreme Rhetorik. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates hat kürzlich einen Nachbarn mit einer ernsthaften Drohung ins Visier genommen.
Während eines Besuchs im Nordwestlichen Föderationskreis am 11. September machte er seinen Standpunkt klar. Anschließend teilte er auf seinem Max-Kanal eine beunruhigende Vorhersage, wie WP berichtet.
In einem direkten Beitrag auf der Plattform erklärte Medwedew, dass „im Falle einer militärischen Konfrontation mit Russland Litauen von der Weltkarte verschwinden könnte.“
Allianz infrage gestellt
Der ehemalige russische Präsident äußerte auch tiefe Zweifel an westlichen Militärgarantien. Laut russischen Staatsmedien behauptete er, die NATO würde niemals tatsächlich eingreifen, um kleinere Mitglieder zu schützen.
Er argumentierte, dass die Aktivierung des kollektiven Verteidigungsmechanismus für westliche Führer einfach zu gefährlich wäre.
„Wenn dies aktiviert wird, wird es eine globale Katastrophe, eine Katastrophe für den gesamten Planeten sein. Sie sind nicht dumm. Aber Litauen würde dann von der Weltkarte verschwinden“, sagte er.
Regeländerungen
Diese scharfe Rhetorik kam nicht aus dem Nichts. Sie folgt einer großen politischen Verschiebung, die sich derzeit innerhalb der litauischen Regierung vollzieht.
Die Gesetzgeber in Vilnius prüfen ihre eigene Verfassung genau, insbesondere Artikel 137. Seit Jahrzehnten blockiert diese Regel das Eindringen von Massenvernichtungswaffen in die Nation.
Dieses strenge Verbot könnte bald Geschichte sein. Ein parlamentarischer Ausschuss stimmte kürzlich mit großer Mehrheit dafür, die nukleare Beschränkung vollständig aufzuheben.
Parlamentspräsident Juozas Olekas verteidigte die rechtliche Neuausrichtung. Er bemerkte, dass die ursprüngliche Regel aus einer anderen Ära stammte und modernen Sicherheitsbedrohungen nicht gerecht werde.
Verteidigungspläne ändern sich
Diese internen rechtlichen Aktualisierungen stehen in direktem Zusammenhang mit viel größeren Verteidigungsdiskussionen, die in ganz Europa stattfinden. Litauen diskutiert aktiv seine potenzielle Rolle in den nuklearen Abschreckungsstrategien der NATO.
Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte, dass sein Land an laufenden Gesprächen teilnimmt. Diese komplexen Verhandlungen untersuchen die Idee, amerikanische Nuklearkapazitäten auf weitere verbündete Nationen auszudehnen.
Dennoch beruhigte Kaunas schnell die öffentlichen Ängste. Er betonte, dass Vilnius keine Pläne habe, solche Waffen in Friedenszeiten auf seinem Boden zu stationieren.
Der Minister stellte klar, dass diese drastischen Optionen nur im Falle einer größeren Krise in Betracht gezogen würden.
Quellen: WP, russische Staatsmedien, Max