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Boris Johnson entgeht Putins Drohnenangriff nur knapp

Boris Johnson
Chris Ioannou / Shutterstock.com

Johnson war nicht die einzige prominente Persönlichkeit an Bord.

Die Reise durch ein Kriegsgebiet birgt für ausländische Offizielle stets ein kalkuliertes Risiko.

Normalerweise schützen gepanzerte Konvois und strenge Geheimhaltung diese hochrangigen Besucher vor Gefahren. Manchmal kommt die Gefahr jedoch beunruhigend nah.

Ein knapper Entkommen

Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson erlebte am Sonntag einen beängstigenden Start in den Tag. Er befand sich auf einem privat gecharterten Zug in Richtung Polen, nachdem er an einer großen Sicherheitskonferenz in Kiew teilgenommen hatte.

Laut dem Daily Express ertönten die Alarme gegen 5 Uhr morgens Ortszeit. Sicherheitsteams stoppten den Sonderzug umgehend und evakuierten die Passagiere nach einer plötzlichen Warnung.

Die Gefahr war real. Eine russische Drohne stürzte auf die Bahnstrecke herab und zielte auf einen anderen Personenzug, der nur wenige Minuten hinter ihnen fuhr.

Minuten vor der Katastrophe

Johnson war nicht die einzige prominente Persönlichkeit an Bord. Der ehemalige schwedische Premierminister Carl Bildt und mehrere deutsche Diplomaten reisten ebenfalls mit ihm.

Bildt schilderte seine Perspektive des Vorfalls. Er erklärte, dass ein benachbarter Zug den tatsächlichen Treffer nahe der polnischen Grenze erlitten habe.

„Dies war nicht unser Zug [der getroffen wurde], sondern derjenige, der nur wenige Minuten nach uns die [polnische] Grenze überquerte“, bemerkte Bildt. „Er wurde evakuiert, als die [russische] Drohne sich näherte, und niemand wurde verletzt.“

Er fügte hinzu, dass sein Zug eine Notwarnung erhalten habe, es aber schließlich sicher zum Grenzübergang Dorohusk geschafft habe.

Angriff auf die Gleise

Der Luftraum über dem Land bleibt für kommerzielle Flüge gesperrt. Das Eisenbahnsystem dient daher als die wichtigste Lebensader, die Kiew mit Europa verbindet.

Der staatliche Betreiber Ukrainische Eisenbahnen berichtete, dass seine Mitarbeiter weiterhin in höchster Alarmbereitschaft seien. Das Unternehmen behauptet, russische Streitkräfte würden das Schienennetz systematisch angreifen, um wichtige Versorgungsrouten zu stören.

Der zweite Zug, der 206 Personen auf der Strecke Kiew-Warschau beförderte, erlitt einen direkten Treffer. Die ukrainischen Behörden bestätigten, dass bei dem Angriff niemand verletzt wurde.

An die Tür klopfen

Der Ort des Angriffs hat bei den westlichen Verbündeten große Besorgnis ausgelöst. Das Zielgebiet liegt direkt neben NATO-Territorium.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilte den Angriff. „Dies ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der NATO ‚klopft‘. Russische Barbaren stehen vor Ihrem Tor, liebe Partner“, sagte Sybiha.

Der deutsche Politiker Robin Wagener, der mit Johnson reiste, gab dem Spiegel eine ähnliche Erklärung.

„Russland wird immer skrupelloser und spielt direkt an der Grenze der Europäischen Union und der NATO mit dem Feuer; diesem Terror müssen wir endlich einen klaren Riegel vorschieben“, warnte Wagener.

Quellen: Daily Express, Ukrainische Eisenbahnen, Der Spiegel, Nachrichtenberichte