Kanada und Premierminister Mark Carney suchen in Europa nach neuen und verbesserten Partnerschaften.
Kanada verhandelt über eine Beteiligung am massiven 90-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union (EU) für die Ukraine, wie die Financial Times berichtete.
Derzeit trägt nur ein Land außerhalb der Union, das Vereinigte Königreich, zu diesem Programm bei.
Der Hilfsfonds wurde im Januar 2026 ausgehandelt, um der Ukraine eine entscheidende Lebensader zu sichern.
Eine neue Strategie Kanadas
Der Großteil der Mittel wird zur Stärkung der militärischen Verteidigung eingesetzt. Rund 6,1 Milliarden Euro (7,1 Milliarden US-Dollar) sind für Luftverteidigung, Radarausrüstung, Raketen und Munition vorgesehen, während die russischen Streitkräfte ihre Invasion in der Ukraine fortsetzen.
Diese Bemühungen fügen sich in eine umfassendere Strategie ein. Der kanadische Premierminister Mark Carney treibt aktiv die Vertiefung der Beziehungen zu europäischen Partnern voran.
Hinter diesem Schritt steht der Wunsch nach anderen Verbündeten, die dieselben kanadischen Werte teilen. Angesichts eines anhaltenden Handelskonflikts mit der Trump-Regierung möchte Kanada seine wirtschaftliche Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten von Amerika reduzieren.
Carney hat sogar ein ehrgeiziges Ziel ins Spiel gebracht. Er bekundete Interesse an einer assoziierten Mitgliedschaft bei der EU.
„Wir sind dankbar für die gesamte Unterstützung, die Kanada der Ukraine zukommen lässt, und wir sind bereit, gemeinsam mehr zu tun“, sagte ein europäischer Beamter der Financial Times.
Langfristiges Engagement
Nach Angaben des Büros des kanadischen Premierministers hat die Regierung seit 2022 8,5 Milliarden US-Dollar an Militärhilfe für die Ukraine und über 750 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau bereitgestellt.
Die Bindungen zwischen den beiden Nationen wachsen weiter. Am 10. September unterzeichneten Carney und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine auf 100 Jahre angelegte Partnerschaft, die Verteidigung, Energie, Technologie und Handel umfasst.
Die Staats- und Regierungschefs kündigten bei diesen Gesprächen auch neue Investitionszusagen in Höhe von über 2 Milliarden US-Dollar an.