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Russland droht ein Mangel am „zweiten Brot“ – Ernte bricht um eine Million Tonnen ein

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Dies führt zu einem Defizit von einer Million Tonnen im Vergleich zur jährlichen nationalen Nachfrage.

Russland steht vor einer weiteren potenziellen Lebensmittelkrise, da die heimische Kartoffelproduktion stark zurückgeht.

Laut The Moscow Times zeigen offizielle Prognosen, dass die diesjährige Ernte von 8,5 Millionen Tonnen auf 7,5 Millionen Tonnen fallen wird.

Dieser Rückgang führt zu einem Defizit von bis zu einer Million Tonnen im Vergleich zur jährlichen nationalen Nachfrage.

Während die Ernteerträge pro Hektar weiter sinken, sind die kommerziellen Anbauflächen auf 277.800 Hektar geschrumpft – ein 18-Jahres-Tief.

Die Ladenregale spiegeln diese Lücke bereits wider. Die Einzelhandelspreise für Kartoffeln stiegen bis Ende August im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 59,1 Rubel pro Kilogramm, während die Großhandelspreise einen entsprechenden Anstieg von 33 Prozent verzeichneten.

Neben Kohl sind Kartoffeln das beliebteste Gemüse in Russland und werden oft als „zweites Brot“ bezeichnet, da sie die Grundlage für tägliche Mahlzeiten, Suppen und Beilagen bilden.

Preisanstiege quer durch das Sortiment

Die Preiserhöhungen gehen weit über Kartoffeln hinaus. Auch andere wesentliche Zutaten für das traditionelle Borschtsch-Rezept steigen rapide über die offizielle Inflationsrate von sechs Prozent.

Die Kohlpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 35,2 Prozent. Zwiebeln verteuerten sich um 27,2 Prozent, Rote Bete um 20,4 Prozent und Karotten um 17,7 Prozent.

Normalerweise warten die Lieferketten bis Februar, um ausländische Ernten zu importieren, wenn die heimischen Reserven zur Neige gehen.

In diesem Jahr prognostizieren Analysten, dass Einkäufer einen ganzen Monat früher bei ausländischen Lieferanten wie China und der Mongolei bestellen müssen, um die Versorgung der Märkte sicherzustellen.

Steigende Betriebskosten in der Landwirtschaft

Agrarwissenschaftler führen den plötzlichen Anstieg direkt auf den umfassenden Kostendruck zurück.

Die Ausgaben steigen überall. Landwirte zahlen deutlich höhere Preise für alltägliche Notwendigkeiten wie Treibstoff, Schmierstoffe, Saatgut, Düngemittel und moderne Lagereinrichtungen.

Transportkosten für Langstreckenlieferungen von südlichen Anbauzentren in Großstädte sind stark gestiegen.

Allein die Treibstoffpreise stiegen seit Januar um mehr als 20 Prozent, was die Versandkosten in die Höhe trieb und die Gewinne der Landwirtschaft im ersten Quartal um 22,5 Prozent einbrechen ließ, während die Verluste zunahmen und Russlands Agrarsektor auf ein 8-Jahres-Tief fiel, wie United24 Media im Juni berichtete.