Startseite Autos New York City behebt größtes Problem für E-Auto-Besitzer in Wohnungen

New York City behebt größtes Problem für E-Auto-Besitzer in Wohnungen

New York City behebt größtes Problem für E-Auto-Besitzer in Wohnungen
Shutterstock

New York City arbeitet mit dem Brooklyner Startup It’s Electric zusammen, um 700 minimalistische Ladesäulen für Elektrofahrzeuge am Straßenrand zu installieren. Damit erhalten Bewohner von Mehrfamilienhäusern endlich eine zuverlässige Möglichkeit, ihre Fahrzeuge über Nacht aufzuladen.

Wer in einer dicht besiedelten amerikanischen Stadt lebt und ein Elektrofahrzeug kaufen möchte, hat im Grunde zwei Möglichkeiten: entweder eine private Garage besitzen oder beiläufig ein Hochleistungs-Verlängerungskabel aus dem Fenster im dritten Stock hängen lassen. Da Parkplätze abseits der Straße ein Luxus sind, den sich die meisten Stadtbewohner nicht leisten können, bleiben ganze Landstriche reine Lade-Wüsten. Um diese Lücke endlich zu schließen, hat New York City laut einem Bericht von InsideEVs das in Brooklyn ansässige Startup It’s Electric beauftragt, die fünf Stadtbezirke mit 700 brandneuen Ladesäulen am Straßenrand zu versorgen.

Die Raffinesse dieser speziellen Einführung liegt darin, wie die Hardware tatsächlich mit Strom versorgt wird. Anstatt bei den örtlichen Versorgungsunternehmen um Genehmigungen zu bitten und den Asphalt aufzureißen, um neue Hochspannungs-Netzanschlüsse zu verlegen, verbindet It’s Electric seine Ladegeräte einfach direkt mit der überschüssigen Stromversorgung der angrenzenden Mehrfamilienhäuser. Dieser „Hinter-dem-Zähler“-Bypass eliminiert die üblichen bürokratischen Albträume vollständig, und das Startup teilt die Ladeeinnahmen aktiv mit den Vermietern, um das Geschäft attraktiver zu machen.

New York hatte zuvor mit einem kleinen Pilotprogramm von 88 Level-2-Ladegeräten, die von Flo betrieben wurden, die Ladeinfrastruktur am Straßenrand getestet, was bewies, dass die lokale Nachfrage absolut riesig ist. Laut dem Verkehrsministerium der Stadt waren diese Pilot-Ladepunkte etwa 70 Prozent der Zeit von einem Elektrofahrzeug belegt, mit einer Spitzenbelegungsrate von absurden 99 Prozent in bestimmten Vierteln. Die Menschen wollen ihre Autos unbedingt dort aufladen, wo sie schlafen; sie brauchen nur die entsprechende Infrastruktur.

Der Zeitdruck für Rideshare-Fahrer

Dieser massive Infrastruktur-Ausbau dient nicht nur dazu, das Leben für wohlhabende Early Adopters etwas bequemer zu machen. Die Stadt arbeitet derzeit unter einem selbst auferlegten regulatorischen Zeitdruck, bekannt als die Green Rides Initiative. Bis Ende 2030 muss jedes einzelne hochvolumige Mietfahrzeug auf den Straßen – einschließlich der riesigen Flotten von Uber und Lyft – vollständig emissionsfrei oder rollstuhlgerecht sein.

Im Moment ist dieses bevorstehende Mandat ein logistischer Albtraum für die Gig-Worker, die die Stadt tatsächlich am Laufen halten. Für einen Rideshare-Fahrer, der in Jackson Heights oder der Bronx lebt, erfordert das Aufladen einer Batterie derzeit, kilometerweit Umwege zu fahren, in riesigen Warteschlangen an einer Handvoll öffentlicher Schnellladestationen zu warten und hohe kommerzielle Stromtarife zu zahlen, nur um im Dienst zu bleiben. Es ist ein brutales, anstrengendes System, das die arbeitende Klasse aktiv dafür bestraft, grüne Technologie einzuführen.

Die Überflutung von Wohnvierteln mit Standard-Level-2-Ladegeräten verändert die Wirtschaftlichkeit des Fahrens eines Elektrofahrzeugs als Beruf grundlegend. Indem die Hardware direkt dort platziert wird, wo diese Fahrer über Nacht parken, können Gig-Worker im Wesentlichen einstecken, schlafen gehen und mit einer vollständig geladenen Batterie zu einem Bruchteil der Kosten aufwachen. Es verwandelt das Laden von einer aktiven, stressigen täglichen Aufgabe in einen passiven, unsichtbaren Hintergrundprozess.

Europas minimalistisches Konzept übernehmen

Wenn man durch Amsterdam oder London spaziert, ist das Laden von Elektrofahrzeugen am Straßenrand einfach ein alltägliches, allgegenwärtiges Stück Stadtmobiliar. Die Vereinigten Staaten hinken ihren europäischen Pendants peinlich weit hinterher, wenn es darum geht, Strom in den öffentlichen Raum zu integrieren. Um diese Dichte endlich in die USA zu bringen, musste It’s Electric eine Hardware entwickeln, die den notorisch strengen Anforderungen der New Yorker Public Design Commission standhält.

Die daraus resultierenden Ladegeräte sind ein Meisterwerk radikalen, vandalensicheren Minimalismus. Es gibt keine zerbrechlichen digitalen Touchscreens zum Zerschlagen, keine klobigen Kreditkartenleser zum Skimming und, was am wichtigsten ist, keine schweren Ladekabel, die an der Seite der Maschine befestigt sind. Für den zufälligen Passanten sehen die schlanken Edelstahlpfosten eher wie moderne architektonische Poller aus als wie Hightech-Tankstellen.

Um das System tatsächlich zu nutzen, müssen Fahrer ihr eigenes leichtes, tragbares Ladekabel im Kofferraum mitführen – ein „Bring your own cord“-Modell, das in Europa Standard, in Amerika aber praktisch unbekannt ist. Durch das Entfernen des fest verbundenen Kabels eliminierte das Startup sofort das größte Wartungsproblem in der EV-Branche: Kupferdbe und fahrlässige Fahrer, die die Kabel zerstören. Wenn New York beweisen kann, dass dieses abgespeckte, gebäudeversorgte Modell tatsächlich im großen Maßstab funktioniert, könnte die Ära des städtischen Verlängerungskabels endlich vorbei sein.