Der Vorschlag erhielt elf von fünfzehn Stimmen, wobei sich zwei Mitgliedstaaten enthielten.
Russland und China haben ihr Vetorecht genutzt, um einen amerikanischen Vorschlag im UN-Sicherheitsrat zu blockieren.
Die Maßnahme sah vor, das Mandat eines UN-Expertengremiums zu verlängern, das die über das iranische Atomprogramm verhängten Sanktionen überwacht. Obwohl der Vorschlag elf von fünfzehn Stimmen erhielt, scheiterte er.
Somalia und Pakistan enthielten sich der Stimme, während die beiden Vetomächte das Überwachungsteam stoppten.
Die UN-Sanktionen gegen Teheran bleiben aktiv, doch ohne das Expertengremium gibt es keine offizielle Gruppe mehr, die über Verstöße berichten könnte.
Der Iran lobte das Ergebnis. Laut der Associated Press erklärte Teheran in den sozialen Medien, dass China und Russland „einen weiteren zynischen Versuch der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten verhindert haben, den Sicherheitsrat für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen“.
Sanktionen ohne Kontrolle
Diese Pattsituation ereignet sich in einer angespannten Zeit für die Atomaufsicht. Nach Militärschlägen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 konnten internationale Beobachter die Bestände an angereichertem Uran nicht überprüfen.
UN-Inspektoren hatten zuvor berichtet, dass der Iran über 440 Kilogramm Uran mit einer Anreicherung von bis zu 60 % Reinheit besitzt.
Für waffenfähiges Uran ist eine Anreicherung von 90 % erforderlich.
Amerikanische Beamte reagierten verärgert. Wie die Associated Press berichtete, warnte die stellvertretende US-Botschafterin Jennifer Locetta, dass der Verlust des Gremiums „eine Überwachungslücke schafft, die nur dem iranischen Regime zugutekommt“.
Washington warf beiden Nationen vor, Verbündete vor der Kontrolle zu schützen. Ähnliche Überwachungsgremien für Nordkorea und Mali wurden in den letzten zwei Jahren plötzlich eingestellt oder verzögert.
Suche nach Optionen
Russische Diplomaten verteidigten ihr Vorgehen. Laut der Associated Press behauptete der russische Botschafter Wassili Nebensja, die Verlängerung der Sanktionen sei „zutiefst fehlerhaft und habe keine rechtliche Grundlage gehabt“.
Westliche Nationen suchen nun fieberhaft nach Alternativen. Der französische Botschafter Jérôme Bonnafont merkte an, dass die europäischen Mächte neue Wege zur Durchsetzung der Beschränkungen prüfen werden.
Eine Option ist die Einrichtung eines Überwachungsteams außerhalb der UN-Kanäle. Westliche Verbündete schufen einen ähnlichen gemeinsamen Mechanismus, nachdem Russland im vergangenen Jahr das Überwachungsgremium für Nordkorea aufgelöst hatte.
Unterdessen setzt Washington seine eigenen Sanktionen durch. Die US-Behörden kündigten neue Beschränkungen gegen zwei Digitalwährungsfirmen und drei Mitarbeiter an, denen vorgeworfen wird, Teheran bei der Umgehung von Finanzkontrollen geholfen zu haben.