Die Zuschauer bemerkten sofort ihre makellose englische Aussprache.
Wenn politische Führungspersönlichkeiten die Welt bereisen, wird jedes ihrer Worte genauestens analysiert.
Das Internet lebt davon, alte Aufnahmen auszugraben.
Und manchmal kann eine jahrzehntealte Rede plötzlich eine heftige nationale Debatte über Einwanderung und Identität neu entfachen.
Ein viraler Vergleich
Ein Video aus dem Jahr 2015, das Chinas First Lady Peng Liyuan bei einer Rede vor den Vereinten Nationen zeigt, ist kürzlich online wieder aufgetaucht. Die Zuschauer bemerkten sofort ihre makellose englische Aussprache.
Das löste laut dem Irish Star eine Lawine von Kommentaren aus, die sie mit Melania Trump verglichen.
Der Unternehmer Siqi Chen teilte seine Reaktion auf X mit. „Moment mal? Wie kann die First Lady Chinas besseres ‚Amerikanisch‘ sprechen als die First Lady Amerikas?“, schrieb Chen.
Heftige Online-Debatte
Andere Nutzer schlossen sich dieser Meinung an. „Sie spricht geschliffenes Englisch, weil sie einen guten Eindruck machen will, also gibt sie sich Mühe. Der US-amerikanischen ist das offensichtlich egal. Nach all den Jahren in den USA #peinlich“, schrieb ein Nutzer laut dem Irish Star.
Ein anderer Kommentator war noch direkter. „Weil die First Lady Chinas lernen wollte. Unserer First Lady ist das scheißegal“, postete er.
Der virale Moment löste eine breitere Diskussion über Fairness aus. Einige empfanden die Angriffe als Grenzüberschreitung, andere hoben die tiefe Ironie angesichts des aktuellen politischen Klimas hervor.
Verschärfung der Sprachregeln
Donald Trump unterzeichnete im März 2025 die Executive Order 14224, die Englisch offiziell als Nationalsprache der Vereinigten Staaten etablierte.
Die Regierung hat dieses Mandat kürzlich weiter vorangetrieben. Eine neue Regelung verlangt, dass jeder, der einen gewerblichen Führerschein besitzt, fließend Englisch sprechen muss.
Verkehrsminister Sean Duffy feierte diesen Schritt auf X und schrieb: „ILLEGALE RAUS, VETERANEN REIN.“
Kritiker finden diesen Vorstoß rätselhaft. Online-Kommentatoren weisen häufig darauf hin, dass sowohl Melania als auch ihr Sohn Barron zu Hause Slowenisch sprechen.
Ausweitung der Durchsetzung
Die Sprachregeln gehen einher mit einem massiven Vorgehen der Bundesbehörden. Agenten der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) nahmen bis Juli 2026 rund 65.765 Personen fest, was einen massiven Anstieg darstellt.
Mehr als 70 Prozent der in ICE-Gewahrsam befindlichen Personen haben laut Daten des TRAC-Projekts der Syracuse University keine strafrechtlichen Verurteilungen.
Ein umstrittenes Urteil des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2025 änderte die Arbeitsweise von ICE in Großstädten grundlegend. Die 6:3-Entscheidung erlaubte es den Agenten, in Los Angeles umherziehende Patrouillen durchzuführen.
Das bedeutet, dass Beamte nun Personen allein aufgrund ihres Aussehens oder Akzents anhalten und befragen können, berichtete der Irish Star.
Quellen: Irish Star, X, Syracuse University’s TRAC project