Ein brandneuer Bericht listet die 10 Länder auf, die am stärksten von schweren Stürmen bedroht sind. Er zeigt auch auf, wie sich Länder anpassen können.
Laut dem aktuellen WorldRiskReport, einem jährlichen Bericht, der globale Katastrophenrisiken bewertet, befeuern steigende globale Temperaturen immer heftigere Stürme.
„Der Klimawandel macht Stürme intensiver, verschiebt ihre Zugbahnen und bringt immer mehr Menschen in ihre Reichweite“, schreiben Dr. Ilona Auer-Frege und Dr. Katrin Radtke in dem Bericht.
Dr. Friederike Otto, Klimawissenschaftlerin bei World Weather Attribution, wird in dem Bericht interviewt und erläutert die Verschiebung. „Wir sehen einen Anstieg des Anteils der stärksten Stürme. Wenn sich ein tropischer Wirbelsturm unter diesen wärmeren Bedingungen entwickelt, hat er Zugang zu mehr Energie, was die Intensität seiner Windgeschwindigkeiten und der damit verbundenen Niederschläge erhöht“, so Dr. Otto.
Welche Länder sind am stärksten gefährdet?
Diese Stürme rücken weltweit näher an Großstädte heran. Hurrikan Ophelia bewies dies bereits 2017, als er Irland und die Iberische Halbinsel traf.
„Städte wie New York und Boston oder Peking und Tokio werden in Zukunft tropische Wirbelstürme erleben“, warnte Dr. Otto.
Der von Bündnis Entwicklung Hilft und dem IFHV der Ruhr-Universität Bochum herausgegebene Bericht zeigt, dass Stürme die höchsten wirtschaftlichen Schäden aller Naturgefahren verursachen. Der WorldRiskReport verfügt über einen „Sturmrisikoindex“, der die zehn Länder erfasst, die am stärksten von extremen Stürmen bedroht sind.
Diese zehn Länder sind: die Philippinen, Mexiko, Japan, Madagaskar, Mauritius, China, Mikronesien, Südkorea, Australien und die USA.
Europa entgeht den schlimmsten tropischen Systemen, da der Sturmindex nur die Ukraine und Portugal unter den 100 am stärksten gefährdeten Ländern aufführt. Dennoch können diese Stürme starke Regenfälle bis auf den Kontinent tragen. „Besonders in Nordeuropa sehen wir eine Zunahme der Anzahl dieser Stürme, was bedeutet, dass die Winter viel feuchter geworden sind“, erklärte Dr. Otto.
Umgang mit Wetterereignissen neu denken
Stürme frühzeitig zu erkennen, ist nur die halbe Miete. Viele Warnsysteme erfassen Windgeschwindigkeiten, ignorieren jedoch Sturzfluten und Erdrutsche.
Der Bericht ermutigt Länder, beim Klimawandel über den Tellerrand zu blicken.
„Sturmwarnsysteme müssen Schwachstellen reduzieren, nicht nur Gefahren verfolgen“, schreibt Dr. Ilan Kelman in dem Bericht. Faktoren wie ein inklusives Frühwarnsystem, bei dem Warnungen für alle in einem bestimmten Land leicht verständlich sind, sind unerlässlich.
Dr. Otto betont ferner, dass gesellschaftliche Veränderungen viele Leben retten können. „Die zukünftige Bedeutung [von Stürmen] liegt nicht nur in ihrer physischen Intensität, sondern auch darin, wie gut sich Gesellschaften anpassen durch widerstandsfähige Infrastruktur, verbesserte Vorhersagen, Frühwarnsysteme und Klimaschutzmaßnahmen“, sagte sie.