Startseite Naher Osten Israelischer Minister verteidigt französischen Rechtsextremen gegen Antisemitismusvorwürfe

Israelischer Minister verteidigt französischen Rechtsextremen gegen Antisemitismusvorwürfe

Knesset, Israel, parliament
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Vergangene Äußerungen eines rechtsextremen Politikers über Israel haben in Frankreich eine nationale Debatte ausgelöst – und einige Israelis zu seiner Verteidigung veranlasst.

Der französische rechtsextreme Politiker Jordan Bardella sieht sich wegen angeblicher früherer Äußerungen einer genauen Prüfung ausgesetzt.

Das investigative Medium Mediapart berichtete, dass der junge Bardella bereits im Jahr 2013 von einem „Griff der jüdisch-zionistischen Gemeinschaft nach dem Land“ gesprochen habe.

Bardella wies die Behauptungen vollständig zurück, reichte eine Verleumdunktlage ein und bezeichnete den Bericht als „politischen Mordversuch“.

Verteidigung aus Israel

Eine unerwartete Verteidigung kam aus Israel. Der israelische Diaspora-Minister Amichai Chikli verteidigte den französischen Politiker öffentlich in den sozialen Medien und beschrieb Bardella als „eine der klarsten Stimmen in Europa gegen die Hamas“. Chikli verwies auf Bardellas Besuch in Israel nach dem 7. Oktober und veröffentlichte ein Foto, das ihn neben Bardella zeigt.

Der Minister griff auch die Führung von Mediapart scharf an und warf ihr eine anti-israelische Voreingenommenheit vor. „Wir haben kein Vertrauen in Leute, die ihr Leben damit verbringen, das Existenzrecht des kleinen jüdischen Staates zu bekämpfen“, erklärte Chikli.

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Andere offizielle israelische Stimmen äußerten sich vorsichtiger zur Verteidigung Bardellas. In einem Exklusivinterview mit Euronews betonte der israelische Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka, dass Diplomaten die Situation sorgfältig beobachteten, bevor sie ein formelles Urteil fällten.

Drohung mit Kevlar-Weste

„Wir nehmen alle Formen des Antisemitismus äußerst ernst“, sagte Zarka gegenüber Euronews. „Die Frage ist nun, ob diese Anschuldigungen begründet sind oder nicht. Wir verfolgen die Situation sehr genau. Und sobald die Richtigkeit dieser Anschuldigungen festgestellt worden ist, werden wir entsprechend reagieren.“

Eine weitere rechtsextreme Politikerin, Marine Le Pen, stellte sich entschieden hinter ihren Kollegen und bediente sich ihrerseits scharfer Rhetorik. Sie schlug vor, dass Journalisten von Mediapart anfangen sollten, Kevlar-Westen anzuziehen, denn „es wird offensichtlich eine Reaktion auf ihr Verhalten geben“.

Ihre scharfe Wortwahl löste im gesamten Parlament sofort Empörung aus. Die grüne Abgeordnete Léa Balage El Mariky kündigte an, die Äußerungen der Staatsanwaltschaft zu melden, da sie „Todesdrohungen ähneln“. Mediapart verurteilte die Aussage ebenfalls als gefährliche Bedrohung für die Presse.