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Chinas Automarkt tritt auf die Bremse – Hersteller blicken ins Ausland

Chinas Automarkt tritt auf die Bremse – Hersteller blicken ins Ausland
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Der Kontrast verdeutlicht einen Markt, der zunehmend zwischen einer gesättigten Inlandsnachfrage und aggressiven globalen Expansionsplänen gespalten ist.

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Chinas Automarkt wächst weiterhin, doch das Tempo lässt deutlich nach. Neue Zahlen zeigen, dass sich das Absatzwachstum auf den niedrigsten Stand seit Jahren verlangsamt hat, während die Exporte stark zulegen und Elektrofahrzeuge erstmals Benziner überholen.

Der Kontrast verdeutlicht einen Markt, der zunehmend zwischen einer gesättigten Inlandsnachfrage und aggressiven globalen Expansionsplänen gespalten ist.

Wachstum beginnt zu stocken

Der Absatz von Pkw in China stieg 2025 um 3,9 Prozent und verzeichnete damit das schwächste Wachstum seit drei Jahren, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten der China Passenger Car Association hervorgeht. Der Dezember fiel besonders schwach aus: Die Verkäufe lagen 14,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Abschwächung verschärfte sich zum Jahresende, als lokale Behörden aufgrund von Finanzierungsengpässen Kauf- und Inzahlungnahmeprogramme kürzten oder aussetzten. Dadurch verschärfte sich der Wettbewerb in einem ohnehin stark umkämpften Markt mit zahlreichen Modellen und Rabatten.

Mehrere große Hersteller, darunter Changan, FAW, Li Auto und Nio, verfehlten ihre Jahresziele.

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Elektroautos erreichen einen Meilenstein

Trotz der allgemeinen Abkühlung überschritten Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride eine symbolische Schwelle. Erstmals verkauften sie sich in China auf Jahresbasis besser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Das Wachstum der sogenannten „New Energy Vehicles“ verlangsamte sich jedoch deutlich und lag im vergangenen Jahr bei 17,6 Prozent, nach mehr als 40 Prozent im Jahr 2024. Dies deutet darauf hin, dass der Markt reifer wird und das Wachstum zunehmend von Ersatzkäufen statt von Erstkäufern getragen wird.

BYD, Chinas größter Autohersteller, verzeichnete das schwächste Absatzwachstum seit fünf Jahren, erreichte jedoch knapp ein nach unten korrigiertes Jahresziel.

Exporte als Ventil

Während die Inlandsnachfrage nachließ, übertrafen die Exporte die Erwartungen. Die gesamten Fahrzeugexporte stiegen laut CPCA um 19,4 Prozent auf knapp 5,8 Millionen Einheiten. Die Ausfuhren von Elektroautos und Plug-in-Hybriden legten dabei um mehr als 86 Prozent zu.

BYD führte diesen Vorstoß ins Ausland an und verkaufte mehr als eine Million Fahrzeuge außerhalb Chinas. Damit überholte das Unternehmen Tesla beim Absatzvolumen und wurde zum weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen, berichtete Reuters.

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Der Exportboom kam überraschend. Branchenprognosen hatten mit einer deutlichen Abschwächung des Auslandsgeschäfts gerechnet und ein stagnierendes Wachstum bei Elektroexporten erwartet.

Ein Markt im Wandel

Die auseinanderlaufenden Entwicklungen deuten auf einen strukturellen Wandel in Chinas Automobilindustrie hin. Im Inland laufen Förderungen aus und der Wettbewerb verschärft sich. Im Ausland versuchen chinesische Marken, schnell Marktanteile zu sichern, bevor Handelsbarrieren und politische Prüfungen weiter zunehmen.

Derzeit federn die Exporte den Abschwung ab. Ob sie dies auch künftig leisten können, dürfte entscheidend dafür sein, wie Chinas Autoindustrie ihre nächste Phase meistert.

Quellen: Reuters; China Passenger Car Association

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