Die Prognose für die Region zeigt für mindestens eine weitere Woche Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
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Mit Temperaturen weit unter minus zehn Grad Celsius erlebten die Bewohner der russischen Region Belgorod nach einem ukrainischen Angriff am Samstag ein hartes Wochenende.
Nach Angaben von Reuters erklärte der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, dass infolge des ukrainischen Angriffs rund 600.000 Menschen ohne Strom, Heizung und Wasser geblieben seien.
In einem Beitrag auf Telegram am Samstag schrieb er, Reparaturteams seien im Einsatz, warnte jedoch, die Lage sei „äußerst herausfordernd“.
Am Montagmorgen ist unklar, ob die Stromversorgung in der Region wiederhergestellt wurde.
Winterlicher Druck
Der ukrainische Schlag kann als Vergeltung für einen zentralen Bestandteil der russischen Strategie gesehen werden, die ukrainische Bevölkerung im inzwischen fast vier Jahre andauernden Krieg zu zermürben.
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Russland hat wiederholt das ukrainische Energienetz ins Visier genommen, was zu rollierenden Stromabschaltungen und Schäden an Heizsystemen im Winter geführt hat.
Ein nächtlicher Angriff am Donnerstag vergangener Woche ließ laut Reuters etwa die Hälfte der Wohnblocks in Kyjiw ohne Heizung zurück.
Die Temperaturen in weiten Teilen Russlands und der Ukraine sind in den vergangenen Tagen deutlich unter den Gefrierpunkt gefallen. Die Prognose für die Region Belgorod zeigt für die kommende Woche ausschließlich Temperaturen unter null.
Die Vorhersage für Kyjiw weist dasselbe Muster auf.
Im Fadenkreuz
Die Region Belgorod liegt an der Grenze zur ukrainischen Region Charkiw und hatte vor dem Krieg rund 1,5 Millionen Einwohner.
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Seit Russland im Februar 2022 große Truppenkontingente in die Ukraine entsandte, ist die Region wiederholt angegriffen worden.
Zudem steht die Region im Fokus der russischen Behörden, da mehrere Berichte über mutmaßliche Betrugssysteme aufgetaucht sind. Dazu zählen ein Korruptionsskandal im Zusammenhang mit der Grenzverteidigung von Belgorod sowie Berichte über Bewohner, die während ukrainischer Angriffe ihre Autos ins Freie stellten, in der Hoffnung auf Entschädigung, falls die Fahrzeuge beschädigt würden.
Quellen: RBC Ukraine, Reuters, Telegram, Kommersant