Russlands öffentliche Finanzen geraten erneut unter Druck, da die Einnahmen aus Öl und Gas – dem Rückgrat des föderalen Haushalts – auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen sind. Der Rückgang erfolgt trotz höherer Ölpreise und eines stärkeren Rubels und unterstreicht die Belastungen für Moskaus Kriegswirtschaft.
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Die Zahlen verdeutlichen, wie die Energieeinnahmen nicht mit den hohen staatlichen Ausgaben Schritt halten können, die mit dem Krieg in der Ukraine verbunden sind.
Starker jährlicher Rückgang
Die Einnahmen aus Öl und Gas, die in Russlands föderalen Haushalt flossen, gingen 2025 um 24 % zurück und erreichten damit ihren niedrigsten Stand seit 2020, wie aus vom Moskauer Finanzministerium veröffentlichten Daten hervorgeht. Reuters berichtete, dass sich die Einnahmen auf 8,48 Billionen Rubel (108,03 Milliarden US-Dollar) beliefen, nach 11,13 Billionen Rubel im Jahr 2024.
Diese Einnahmen sind die mit Abstand wichtigste Quelle für den russischen Staatshaushalt und machen in der Regel rund ein Viertel der gesamten föderalen Einnahmen aus. Sie stehen zunehmend unter Druck, da die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit seit dem Beginn der russischen Militärkampagne in der Ukraine im Februar 2022 stark gestiegen sind.
Die Daten des Ministeriums zeigen, dass das Ergebnis für 2025 selbst nach einer Abwärtskorrektur der Prognosen schlechter ausfiel als von den Behörden erwartet.
Unter den Erwartungen
Das Finanzministerium hatte seine Einnahmeprognose für 2025 von ursprünglich 10,94 Billionen Rubel auf 8,65 Billionen Rubel gesenkt. Die tatsächlichen Einnahmen blieben jedoch auch unter dieser reduzierten Schätzung.
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Reuters wies darauf hin, dass die Ölpreise im Jahresverlauf um mehr als 18 % gefallen sind — der stärkste jährliche Rückgang seit 2020. Der damalige Einbruch, ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie und Turbulenzen auf den Energiemärkten, hatte Russlands Öl- und Gaseinnahmen auf 5,24 Billionen Rubel gedrückt.
Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass der aktuelle Abschwung zwar nicht so gravierend ist wie der pandemiebedingte Schock, aber dennoch der tiefste seit jener Zeit ist, berichtete HotNews.ro.
Krieg und Druck
Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten haben wiederholt erklärt, dass die Kürzung von Russlands Energieeinnahmen ein zentrales Ziel der Sanktionspolitik sei, um die verfügbaren Mittel zur Fortführung des Krieges zu verringern.
Monatliche Daten deuten auf eine deutliche Verschlechterung zum Jahresende hin. Im Dezember 2025 sanken die Öl- und Gaseinnahmen auf 447,8 Milliarden Rubel, verglichen mit 790,2 Milliarden Rubel im selben Monat des Jahres 2024. Im November 2025 lagen sie bei 530,9 Milliarden Rubel.
Diese Entwicklung wirft zusätzliche Fragen auf, wie Moskau sinkende Rohstoffeinnahmen mit weiterhin hohen Militärausgaben in Einklang bringen will.
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Quellen: Reuters, HotNews.ro