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Geleakte Dokumente zeigen: Russland nimmt hohe Verluste in Kauf, um Verbündeten zufriedenzustellen

Xi Jinping and Putin
Kremlin.ru, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Moskau steht vor einem kostspieligen Dilemma in einer seiner wichtigsten Verteidigungspartnerschaften.

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Ein geleaktes Dokument deutet darauf hin, dass Russland gezwungen sein könnte, erhebliche Verluste bei Komponenten für Kampfflugzeuge hinzunehmen, um die Beziehungen zu China aufrechtzuerhalten.

Die Enthüllung wirft ein Schlaglicht auf den wachsenden Druck innerhalb der russischen Rüstungsindustrie, da die Produktionskosten steigen, während die Exportpreise eingefroren bleiben.

Kosten explodieren

Ein von ukrainischen Medien veröffentlichtes vertrauliches Dokument zeigt, dass Russland Teile für die Kampfjets Su-27 und Su-30 zu stark gestiegenen Kosten produziert.

Laut Analysten von United24Media sind die Preise für Komponenten seit 2022 um fast 200 Prozent gestiegen.

Der Anstieg erfolgt vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten russischen Wirtschaft, was die Sorge nährt, dass Flugzeuge, die zu alten Preisen verkauft werden, inzwischen Verluste verursachen. Die Su-27, ein Grundpfeiler der modernen russischen Kampffliegerei, gehört zu den betroffenen Modellen.

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Analysten zufolge steht Moskau nun vor der schwierigen Entscheidung, entweder die Gewinne zu schützen oder die strategischen Beziehungen zu Peking zu sichern.

Vertrag unter Druck

Ein Schriftwechsel vom 7. März 2025, der von United24Media offengelegt wurde, zeigt, wie ein Vertreter der United Aircraft Corporation an den Direktor eines Werks schrieb, das Kampfflugzeugkomponenten herstellt.

In dem Schreiben wird auf einen Vertrag vom 8. November 2024 mit dem „Foreign Customer 156“ verwiesen, der als China identifiziert wird.

Dem Dokument zufolge war das russische Exportlogistikunternehmen JSC „NASK“ nicht in der Lage, ein Preisangebot vorzulegen, das sowohl die russischen Behörden als auch den chinesischen Käufer zufriedenstellt.

Die aktuelle Preisstruktur basiert auf Niveaus, die zwischen Moskau und Peking im Jahr 2016 vereinbart wurden.

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In dem Schriftstück heißt es, dass die Produktionskosten inzwischen die ursprünglichen Vertragspreise um mehr als das Achtfache übersteigen.

Risiko des Scheiterns

Das Schreiben warnt davor, dass eine Preiserhöhung den gesamten Deal gefährden könnte.

„The client reacts negatively to sudden price fluctuations, and an unjustified proposal to increase contract prices will be treated as an unwillingness to develop long-term partnerships,“ heißt es in dem Dokument.

Weiter wird ausgeführt, dass ein solcher Schritt dazu führen könnte, dass der Vertrag überhaupt nicht unterzeichnet wird.

Um dieses Ergebnis zu vermeiden, ordnet das Schreiben eine Neuberechnung und eine Preissenkung um 65,7 Prozent an, um die Kosten wieder auf ein Niveau nahe früherer Vereinbarungen zu bringen.

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Als akzeptabel gelten demnach nur „objectively justified“ Abweichungen von den alten Preisen.

Quellen: United24Media, ukrainische Medien, Wirtualna Polska