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Forscher machen Möhrenreste zu Protein

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Möhren hinterlassen beim Schälen nicht nur Farbflecken an Händen und Arbeitsflächen, sondern auch große Mengen an Nebenprodukten.

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In der industriellen Verarbeitung werden die enthaltenen Farbpigmente seit Langem genutzt, etwa für Lebensmittel und Getränke. Die verbleibenden flüssigen Rückstände galten bislang jedoch als wenig wertvoll.

Forschung an flüssigen Möhrenresten

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen haben diese Reste genauer untersucht.

Die Flüssigkeit enthält weiterhin Zucker und Mineralstoffe, die bisher kaum genutzt wurden. Genau hier setzt ein neuer Ansatz an, der Abfallstoffe in eine Ressource für die Ernährung umwandeln soll.

Pilzmycel als Umwandler

Im Mittelpunkt der Forschung steht das Mycel des Pilzes Pleurotus djamor, auch bekannt als rosa Austernpilz.

Dieses feine Fadengeflecht wächst direkt in den flüssigen Möhrenrückständen. Der darin enthaltene Zucker dient dem Pilz als Energiequelle und wird vollständig in Biomasse umgewandelt. Das Ergebnis ist ein Produkt mit hohem Eiweißgehalt.

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Hoher Nährwert

Je nach Ausgangsmaterial erreicht das gewonnene Pilzprotein bemerkenswerte Werte.

Bei schwarzer Möhre liegt der Proteingehalt bei rund 21,6 Gramm pro 100 Gramm, bei orangefarbener Möhre sogar bei bis zu 31 Gramm.

Auch der biologische Wert des Proteins bewegt sich mit etwa 83 in einem Bereich, der sonst häufig tierischen Lebensmitteln vorbehalten ist.

Einsatz in pflanzlichen Lebensmitteln

In praktischen Tests wurde das Pilzprotein in Burgerpatties und veganen Würsten verarbeitet.

Dort ersetzte es etablierte pflanzliche Eiweißquellen wie Soja oder Kichererbsen. Sensorische Prüfungen zeigten, dass Produkte mit reinem Pilzprotein geschmacklich überzeugen konnten.

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Bedeutung für die Zukunft

Die Ergebnisse verdeutlichen, welches Potenzial in pflanzlichen Nebenprodukten steckt.

Abfälle aus der Lebensmittelverarbeitung könnten künftig einen Beitrag zur nachhaltigen Proteinversorgung leisten – und Möhren damit weit mehr liefern als nur Vitamine.

Quelle: Bild