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Ukrainer leisten selbst in besetzten Gebieten Widerstand: „Jedes Zeichen von Loyalität kann den Tod bedeuten“

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In Teilen der Ukraine unter russischer Besatzung wird der Alltag von Angst bestimmt.

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Gewöhnliche Handlungen bergen außergewöhnliche Risiken, und das Überleben hängt oft vom Schweigen ab.

Doch selbst in diesem Umfeld ist der Widerstand nicht verschwunden. Unter der Oberfläche setzt sich ein stiller Kampf fort.

Leben unter Terror

In den besetzten ukrainischen Gebieten ist Widerstand selten symbolisch.

Dokumentierten Berichten zufolge kann bereits ein unbedachtes Wort, eine missverstandene Geste oder die Weigerung zur Zusammenarbeit zu Festnahme, Folter oder Tod führen.

Russischen Behörden werden in diesen Gebieten zahlreiche Kriegsverbrechen vorgeworfen.

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Männer werden zwangsweise mobilisiert, um gegen die Ukraine zu kämpfen, sexuelle Gewalt wird systematisch eingesetzt, und Kinder werden in sogenannte „Umerziehungslager“ gebracht, die darauf abzielen, die ukrainische Identität auszulöschen.

Trotzdem entscheiden sich einige Bewohner für Widerstand, wohl wissend, dass der Preis tödlich sein kann.

Verborgene Struktur

Laut Ziare.com wird ein Teil dieses Widerstands von den ukrainischen Spezialoperationskräften koordiniert.

Die Bewegung agiert diskret innerhalb der besetzten Gebiete und stützt sich auf lokale Zivilisten statt auf sichtbare bewaffnete Einheiten.

Aus Sicherheitsgründen bleibt die Identität ihres Anführers geheim.

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Seine Botschaft ist jedoch eindeutig: Widerstand ist kein separates Phänomen, sondern die Fortsetzung des langen Kampfes der Ukraine um Unabhängigkeit.

Alte Wurzeln

Der Kommandeur der Spezialkräfte sagte, der Widerstand habe nicht erst mit der russischen Großinvasion im Jahr 2022 begonnen. Seine Wurzeln reichen über Jahrzehnte des Widerstands gegen russische Vorherrschaft zurück.

Die heutige organisierte Struktur wurde 2016 formalisiert, zeitgleich mit der Gründung der ukrainischen Spezialoperationskräfte.

Ziel ist es, Zivilisten einzubeziehen, die aus familiären, wirtschaftlichen oder praktischen Gründen unter Besatzung geblieben sind.

Das übergeordnete Ziel entspricht dem der ukrainischen Streitkräfte: die Vertreibung der russischen Truppen und die Wiederherstellung der territorialen Integrität.

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Methoden und Risiken

Der Widerstand nutzt sowohl gewaltsame als auch gewaltfreie Methoden. Wo möglich, werden Zivilisten im Umgang mit leichten Waffen oder improvisierten Sprengsätzen geschult.

Daneben spielen psychologischer Druck, Sabotage und Bemühungen, die Zusammenarbeit mit den Besatzungsbehörden zu untergraben, eine zentrale Rolle.

Die Risiken sind extrem, und die Auswahl wird zunehmend strenger, da Städte zerstört und entvölkert werden.

Jeder zählt

Teilnehmer sind laut den Spezialkräften nicht auf ehemalige Soldaten beschränkt. Lehrer, Beamte und Arbeiter übernehmen ebenfalls Aufgaben.

Eine Lehrerin kann beispielsweise leise russischer Propaganda entgegenwirken, indem sie die ukrainische Identität stärkt und Kindern vermittelt, dass die Besatzung nur vorübergehend ist.

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Der Schutz solcher Personen ist zu einer Priorität geworden, da die Bevölkerung schrumpft.

Die Motivation ist unterschiedlich. Ältere erinnern sich an die sowjetische Vergangenheit. Jüngere lehnen das ab, was sie als „UdSSR 2.0“ bezeichnen. Für andere wird der Widerstand durch Verlust, Rache und zerstörte Lebenswege angetrieben.

Warum sie bleiben

Viele bleiben, weil sie keine Wahl haben: Eigentum, Land, Betriebe oder pflegebedürftige Angehörige binden sie vor Ort.

Andere glaubten, der Krieg würde kurz sein. Heute ist eine Flucht oft unmöglich.

Manche bleiben bewusst, um Widerstand zu leisten, während sie ihre Familien schrittweise evakuieren und ihre Arbeit fortsetzen. „Wir sind geduldig“, sagte der Kommandeur.

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Quellen: Ziare.com