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Putin gezwungen, Gold zu verkaufen: Russlands Haushaltsloch erreicht Rekordniveau

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Russlands angespannte Staatsfinanzen erzwingen schwierige Entscheidungen, da wichtige Einnahmequellen versiegen.

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Neue Zahlen zeigen einen beispiellosen Zugriff auf staatliche Rücklagen, um den Haushalt zu stabilisieren.

Offizielle Stellen bezeichnen die Maßnahmen als technischer Natur, doch Analysten sehen darin tiefere Anzeichen von Druck auf den Kreml.

Beispiellose Verkäufe

Laut The Moscow Times plant das russische Finanzministerium, die Verkäufe von Fremdwährungen und Gold aus dem Nationalen Wohlstandsfonds deutlich zu erhöhen.

Vom 16. Januar bis zum 5. Februar will das Ministerium täglich chinesische Yuan und Gold im Wert von umgerechnet rund 150 Millionen Euro verkaufen.

Insgesamt beläuft sich die Maßnahme auf etwa 2,3 Milliarden Euro.

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Die Zeitung berichtete, dass es sich dabei um das höchste tägliche Verkaufsvolumen dieser Art in der Geschichte Russlands handelt.

Selbst auf dem Höhepunkt der COVID-19-Krise lagen die täglichen Transaktionen niedriger, bei umgerechnet rund 135 Millionen Euro.

Schrumpfende Reserven

Das Ausmaß der aktuellen Maßnahme markiert eine deutliche Beschleunigung.

Im Dezember lagen die täglichen Verkäufe noch bei etwa 66 Millionen Euro, das aktuelle Niveau ist damit mehr als doppelt so hoch.

Nach Angaben von The Moscow Times sind Russlands staatliche Rücklagen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorkriegsniveau um fast 60 Prozent gesunken, ein Rückgang von rund 52 Milliarden Euro.

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In den drei Jahren des von Wladimir Putin begonnenen Krieges habe der Kreml dem Bericht zufolge etwa drei Viertel seiner Goldreserven aufgelöst.

Rückgang der Energieeinnahmen

Der verstärkte Rückgriff auf Reserven ist auf sinkende Einnahmen aus Öl und Gas zurückzuführen, die traditionell das Rückgrat des russischen Haushalts bilden.

Im Jahr 2025 gingen die Öl- und Gaseinnahmen laut Finanzministerium um rund 25 Prozent zurück und erreichten damit den niedrigsten Stand seit der Pandemie.

Die Behörden erwarten nun für 2026 ein Haushaltsdefizit von etwa 58 Milliarden Euro. Das liegt deutlich über der ursprünglichen Prognose von rund 12 Milliarden Euro.

Die wachsende Lücke verdeutlicht die Schwierigkeit, Ausgabenverpflichtungen mit schwächeren Exporterlösen in Einklang zu bringen.

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Wirtschaftliche Risiken voraus

Von The Moscow Times zitierte Experten schätzen, dass niedrigere russische Ölpreise die Exporteinnahmen um etwa 32 Milliarden Euro verringern könnten.

Ein solcher Rückgang würde das Wirtschaftswachstum belasten und könnte weitere Kürzungen der Staatsausgaben erzwingen.

Ökonomen warnen, dass die anhaltende Abschmelzung der Reserven den Handlungsspielraum des Kremls bei zunehmenden Schocks weiter einschränkt.

Mit schrumpfenden Gold- und Währungsbeständen könnte Russlands Fähigkeit, künftige Haushaltsdefizite abzufedern, weiter geschwächt werden.

Quellen: The Moscow Times, money.pl

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