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Trump-Regierung räumt möglichen Missbrauch von Sozialversicherungsdaten durch DOGE ein

Elon Musk Doge
Joshua Sukoff / Shutterstock.com

Neue Gerichtsunterlagen haben bislang nicht offengelegte Bedenken darüber enthüllt, wie sensible Regierungsdaten während der Amtszeit von Donald Trump behandelt wurden.

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Die Offenlegungen deuten darauf hin, dass interne Schutzmechanismen möglicherweise nicht wie vorgesehen funktioniert haben.

Offizielle Stellen betonen, dass die Situation weiterhin geprüft werde, doch die Enthüllungen haben neue Fragen zur Aufsicht und zu politischen Grenzen aufgeworfen.

Enthüllungen aus Gerichtsunterlagen

Wie Politico berichtet, hat die Trump-Regierung eingeräumt, dass Mitglieder des Department for Government Efficiency (DOGE) möglicherweise Sozialversicherungsdaten missbräuchlich verwendet haben.

In kürzlich veröffentlichten Gerichtsunterlagen erklärte das Justizministerium, dass einige DOGE-Mitarbeiter einen weitergehenden Zugang zu sensiblen Informationen hatten als zuvor angegeben.

Aus der Einreichung geht hervor, dass zwei DOGE-Teammitglieder, die innerhalb der Sozialversicherungsbehörde Social Security Administration (SSA) tätig waren, in nicht offengelegtem Kontakt mit einer Lobbygruppe standen, die darauf abzielte, „die Wahlergebnisse in bestimmten Bundesstaaten zu kippen“.

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Einer von ihnen unterzeichnete eine Vereinbarung, die möglicherweise den Abgleich von Sozialversicherungsdaten mit staatlichen Wählerverzeichnissen beinhaltete.

Mögliche Gesetzesverstöße

Elizabeth Shapiro, eine hochrangige Beamtin des Justizministeriums, erklärte, die SSA habe die beiden DOGE-Mitarbeiter wegen möglicher Verstöße gegen den Hatch Act verwarnt. Dieses Gesetz untersagt Bundesbediensteten, ihre Positionen für politische Aktivitäten zu nutzen.

Ihre Aussagen erfolgten im Rahmen formeller „Korrekturen“ früherer Aussagen hochrangiger SSA-Vertreter während der gerichtlichen Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr über den Zugang von DOGE zu den Systemen der Sozialversicherung.

Shapiro sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass andere SSA-Mitarbeiter von den Kontakten mit der Lobbygruppe oder der sogenannten „Election Data Agreement“ wussten.

Nicht genehmigte Datenweitergabe

Die Unterlagen zeigten zudem, dass DOGE-Teammitglieder Daten über nicht genehmigte Server von Drittanbietern weitergegeben haben.

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Shapiro erklärte, dies habe möglicherweise den Zugriff auf Informationen ermöglicht, die nach einer gerichtlichen Entscheidung zu diesem Zeitpunkt unzulässig waren.

Während die SSA zuvor angegeben hatte, die Aufgabe von DOGE habe sich auf die Aufdeckung von Betrug und die Modernisierung von Technologien beschränkt, sagte Shapiro, die neuen Informationen würden diese Darstellung zumindest teilweise infrage stellen.

Unklar bleibt, ob tatsächlich Daten an die Lobbygruppe weitergegeben wurden, deren Name in der Einreichung nicht genannt wurde.

Cloudflare und Zugriffsprobleme

Shapiro legte außerdem offen, dass Steve Davis, ein leitender Berater von Elon Musk und Mitglied des DOGE-Teams, im März 2025 in eine E-Mail einbezogen wurde, die eine passwortgeschützte Datei mit privaten Informationen zu etwa 1.000 Personen enthielt. Ob Davis auf die Datei zugegriffen hat, ist unbekannt.

Das Justizministerium teilte ferner mit, dass DOGE-Mitglieder Cloudflare zur Datenweitergabe nutzten, obwohl dieser Dienst nicht für die Speicherung von SSA-Daten zugelassen ist.

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Da Cloudflare ein externer Dienstleister ist, erklärten SSA-Vertreter, sie könnten nicht genau feststellen, welche Daten weitergegeben wurden oder ob diese noch existieren.

Shapiro fügte hinzu, dass ein DOGE-Mitglied kurzzeitig nach einem gerichtlichen Verbot auf private Profile zugegriffen habe, während ein anderes erweiterten Zugang zu einem Callcenter-System mit sensiblen Daten hatte. Ob dabei private Informationen eingesehen wurden, ist weiterhin unklar.

Das Weiße Haus und die SSA äußerten sich zunächst nicht zu den Enthüllungen.

Quellen: Politico, Gerichtsunterlagen des US-Justizministeriums, Digi24.

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