Startseite Krieg Kirche und Staat verschwimmen in Russland, während Putins Herrschaft als...

Kirche und Staat verschwimmen in Russland, während Putins Herrschaft als „ein Wunder Gottes“ bezeichnet wird

Vladimir Putin and Patriarch Kirill
The Presidential of Russia Press and Information Office / Wikimedia Commons

Eine in Moskau gehaltene Predigt hat wegen ihrer ungewöhnlich starken politischen Untertöne Aufmerksamkeit erregt.

Gerade lesen andere

Äußerungen des Oberhaupts der Russisch-Orthodoxen Kirche werden nun weit über religiöse Kreise hinaus diskutiert.

Ukrainische Medien und Behörden sagen, die verwendete Sprache weise auf eine umfassendere ideologische Botschaft hin.

Worte vom Altar

Patriarch Kirill sprach während eines Gottesdienstes in einer Kathedrale in Moskau, wo er erneut seine Unterstützung für Präsident Wladimir Putin zum Ausdruck brachte.

Laut dem ukrainischen Nachrichtendienst TSN bezeichnete der Geistliche Putin als einen „orthodoxen Führer“.

In seiner Predigt beschrieb Kirill die Amtszeit des russischen Präsidenten als ein „Wunder Gottes“. Putins Herrschaft sei dank der „Gebete der Heiligen“ möglich geworden, berichtete TSN.

Lesen Sie auch

Die Äußerungen wurden öffentlich und in einem religiösen Rahmen gemacht, was ihre symbolische Bedeutung verstärkte.

Politische Bedeutung

Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation erklärte, die Rhetorik des Patriarchen gehe über eine rein religiöse Ausdrucksweise hinaus.

Solche Aussagen seien demnach darauf ausgerichtet, politischer Macht einen sakralen Charakter zu verleihen.

Kirill wird vorgeworfen, Putin als eine unersetzliche Figur im öffentlichen Leben Russlands darzustellen.

Das Zentrum erklärte, dieser Ansatz solle einen „Personenkult“ um den Präsidenten aufbauen.

Lesen Sie auch

TSN berichtete, dass ukrainische Offizielle diese Form der Lobpreisung als Teil eines umfassenderen Versuchs sehen, die russische Gesellschaft ideologisch zu beeinflussen.

Langjährige Unterstützung

Patriarch Kirill ist seit Jahren ein konsequenter Unterstützer von Wladimir Putin. Er hat auch Russlands Invasion in der Ukraine offen unterstützt und den Konflikt in moralischen und spirituellen Begriffen dargestellt.

In früheren Äußerungen rief das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche die Russen zum Krieg auf und bezeichnete den Konflikt als einen Kampf gegen die „Kräfte des Bösen“.

Diese Aussagen haben ebenso wie seine jüngste Predigt Verurteilungen aus der Ukraine sowie Kritik von religiösen und politischen Beobachtern im Ausland ausgelöst.

Quellen: TSN, Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation der Ukraine, O2.

Lesen Sie auch