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Putin vor Friedensgesprächen: Keine langfristige Lösung, bevor die Kernfrage geklärt ist

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Die Ukraine, Russland und die USA treffen sich heute, Freitag, in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Friedensgesprächen.

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Wenn die Ukraine, Russland und die USA heute, Freitag, in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einer neuen Runde von Friedensgesprächen zusammenkommen, sollten wir uns keine großen Hoffnungen auf ein Abkommen machen, das dem vom Krieg gezeichneten Land langfristigen Frieden bringen könnte.

Im Vorfeld des Treffens in den VAE war die US-Delegation, darunter der Sondergesandte Steve Witkoff, am Donnerstag in Moskau und sprach dort mehr als drei Stunden lang mit Vertretern des Kremls.

Nach Angaben von CNN machte der russische Präsident Wladimir Putin der US-Delegation jedoch deutlich, dass es keine dauerhafte Einigung über die Ukraine geben werde, bevor die Territorialfrage geklärt sei.

„Das Wichtigste ist, dass während dieser Verhandlungen zwischen unserem Präsidenten und den Amerikanern erneut festgestellt wurde, dass man ohne eine Lösung der Territorialfrage nach der in Anchorage vereinbarten Formel nicht mit dem Erreichen einer langfristigen Regelung rechnen sollte“, sagte der außenpolitische Berater des Kremls, Juri Uschakow, am Freitag gegenüber Reportern, wie Reuters berichtete.

Gespräche und Druck

Vor seiner Reise nach Moskau sagte Witkoff, die Verhandlungen stünden kurz davor, die Differenzen weiter einzugrenzen.

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„Ich denke, wir haben es auf ein Thema heruntergebrochen, und wir haben verschiedene Varianten dieses Themas diskutiert, und das bedeutet, dass es lösbar ist“, sagte er bei einer Veranstaltung in Davos.

Ein europäischer Vertreter sagte später gegenüber CNN, bei dem von Witkoff angesprochenen Thema handele es sich um territoriale Fragen.

Hunderttausende ohne Heizung

Russland hat in diesem Winter einen groß angelegten Angriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur durchgeführt und damit Hunderttausende Ukrainer bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ohne Heizung zurückgelassen.

Am Dienstag sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass allein in der Hauptstadt Kyjiw nach einem massiven nächtlichen russischen Angriff mehr als eine Million Haushalte ohne Strom gewesen seien.

Die Financial Times zitierte ungenannte Vertreter mit der Aussage, dass die Gespräche in den VAE voraussichtlich einen Vorschlag für eine Waffenruhe bei Angriffen auf die Energieinfrastruktur beinhalten würden, es jedoch unwahrscheinlich sei, dass sich eine der beiden Seiten tatsächlich darauf einlasse.

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Für Russland ist der anhaltende Beschuss der ukrainischen Energieinfrastruktur ein Druckmittel, auf das es kaum verzichten dürfte. Da die Ukraine ihrerseits erfolgreiche Langstreckenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur durchgeführt hat, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen, wird auch sie zögern, einem solchen Abkommen zuzustimmen.

Quellen: CNN, Reuters, AP, Financial Times