Eine plötzliche Absetzung an der Spitze hat Schockwellen durch das politische System Pekings geschickt.
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Chinas Führung hat eine weitere dramatische Wendung genommen, da die militärische Kommandostruktur des Landes auf höchster Ebene umgestaltet wird.
Der Schritt gilt als eine der bedeutendsten Machtkonsolidierungen unter Präsident Xi Jinping seit mehr als einem Jahrzehnt.
Beispiellose Säuberung
Chinas Präsident Xi Jinping hat faktisch die vollständige Kontrolle über die Streitkräfte übernommen, nachdem er einem ranghohen General „schwere Verstöße gegen Disziplin und Gesetz“ vorgeworfen hat.
Zhang Youxia, stellvertretender Vorsitzender der Zentralen Militärkommission und langjähriger Vertrauter Xis, wurde am Samstag seines Amtes enthoben. Dies ist der bislang drastischste Schritt in einer anhaltenden Säuberung innerhalb des Militärs.
„Dieser Schritt ist in der Geschichte des chinesischen Militärs beispiellos und stellt die vollständige Ausschaltung der militärischen Führung dar“, sagte der frühere CIA-Analyst Christopher K. Johnson der New York Times.
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Niemand ist verschont
Analysten sagen, die Entlassung von Zhang, der als Freund aus Kindertagen des Präsidenten galt, zeige, dass niemand außerhalb von Xis Reichweite stehe.
„Die Säuberung selbst eines Kindheitsfreundes wie Zhang Youxia zeigt, dass es nun keine Grenzen mehr für Xis Anti-Korruptions-Eifer gibt“, fügte Johnson hinzu.
Xi machte den Kampf gegen mutmaßliche Korruption in den Streitkräften nach seinem Amtsantritt 2012 zu einer zentralen Priorität und verlagerte 2023 den Fokus auf die höchsten Ränge der Volksbefreiungsarmee.
Ausgeweitete Ermittlungen
Auch Chinas Verteidigungsministerium gab bekannt, dass Liu Zhenli, ein weiteres Mitglied der Zentralen Militärkommission, unter Untersuchung gestellt wurde, ohne nähere Details zu nennen.
Ein Leitartikel in der offiziellen Zeitung der Volksbefreiungsarmee warf den beiden Generälen vor, „politische und Korruptionsprobleme ernsthaft begünstigt zu haben, die die absolute Führung der [Kommunistischen] Partei über das Militär beeinträchtigen und das Fundament der Parteiherrschaft gefährden“.
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Diese Entwicklungen haben die Reihen der militärischen Führung Chinas weiter ausgedünnt.
Kontrolle über die Gewalt
Einige Kommentatoren warnen, die Säuberung könne Chinas Bereitschaft für ein mögliches Vorgehen gegen Taiwan schwächen, während andere argumentieren, sie stärke Xis Machtausübung.
„Das Militär ist die einzige Organisation in China, die eine Geschichte des Widerstands gegen Parteiführer hat“, sagte der China-Militärexperte Dennis Wilder der Financial Times.
Er betonte, dass absolute Loyalität innerhalb der Streitkräfte für Xis langfristige Herrschaft entscheidend sei.
Schrumpfende Führung
Die Zentrale Militärkommission ist nun auf ihre historisch kleinste Größe geschrumpft. Neben Xi ist nur noch Zhang Shengmin, der Antikorruptionschef des Militärs, im Gremium verblieben.
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Die Kommunistische Partei hatte den früheren stellvertretenden Vorsitzenden He Weidong im Oktober ausgeschlossen und 2024 zwei ehemalige Verteidigungsminister wegen Korruptionsvorwürfen entlassen.
Beobachter sagen, die jüngste Säuberung unterstreiche Xis Entschlossenheit, potenzielle Rivalen im Vorfeld künftiger Machtkämpfe auszuschalten.
Quellen: New York Times, Financial Times, Express