Startseite Krieg Betrunkene russische Soldaten erschießen sich gegenseitig wegen Nachtsichtgeräten

Betrunkene russische Soldaten erschießen sich gegenseitig wegen Nachtsichtgeräten

Russian Soldier
SPC Jessie Gray, USA, Public domain, via Wikimedia Commons

Lange Einsätze, eisige Bedingungen und monatelange Abwesenheit von zu Hause haben bei den Soldaten, die im Osten der Ukraine kämpfen, sichtbare Spuren hinterlassen.

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Analysten und Menschenrechtsgruppen warnen seit Langem, dass Erschöpfung, Alkoholmissbrauch und Materialknappheit Menschen zu Handlungen treiben können, die früher undenkbar erschienen.

Nun ist ein neuer Bericht aufgetaucht, der einen tödlichen Vorfall innerhalb einer russischen Einheit beschreibt, der angeblich eher durch Gier und Verzweiflung als durch Feindeinwirkung ausgelöst wurde.

Tödlicher Streit

Die Partisanenbewegung Atesh erklärte, ein russischer Soldat sei nach einem Streit mit Kameraden über den Verkauf erbeuteter Nachtsichtausrüstung erschossen worden.

In einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung teilte Atesh mit, der Vorfall habe drei Soldaten des 33. motorisierten Schützenregiments Russlands im Bezirk Kirowsky in Donezk betroffen.

Das genaue Datum der mutmaßlichen Schießerei ist unklar. Die Kyiv Post berichtete über den Vorwurf, erklärte jedoch, sie habe die Angaben nicht unabhängig überprüfen können.

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Streit um Beute

Nach Angaben von Atesh tranken die drei Soldaten in einer örtlichen Bar, als ein Streit über den Preis einer an der Front erbeuteten „Standard-Wärmebildkamera“ ausbrach.

„Der Streit setzte sich außerhalb der Bar fort, wo es zu Schüssen kam. Ein Soldat wurde noch am Tatort getötet“, schrieb die Gruppe.

Weitere Angaben zum Zustand der beiden anderen beteiligten Soldaten wurden nicht gemacht.

Wertvolle Ausrüstung

Wärmebild- und Nachtsichtgeräte sind bei Frontsoldaten äußerst begehrt, da sie es ermöglichen, feindliche Bewegungen bei Dunkelheit und schlechter Sicht zu erkennen.

Solche Ausrüstung kann einen entscheidenden Vorteil auf dem Schlachtfeld verschaffen und ist oft knapp.

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Atesh erklärte, dass ähnliche Wärmebildkameras, die in ukrainischen Militärfachgeschäften verkauft werden, in der Regel zwischen etwa 900 Euro und mehreren Tausend Euro kosten.

Angebliche Vertuschung

Die Partisanengruppe behauptete, russische Militärkommandeure hätten versucht, die wahren Umstände der Schießerei zu vertuschen.

Laut Atesh wurde der Tod offiziell als Folge eines „fahrlässigen Umgangs mit einer Waffe“ registriert.

„Das Kommando versucht, den Zugang zu Informationen zu begrenzen und zu verhindern, dass die Nachricht über die Einheit hinaus bekannt wird“, schrieb Atesh.

Quellen: Kyiv Post, Partisanenbewegung Atesh, Digi24

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