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Russische Abgeordnete unterstützen Gesetzesentwurf, der dem FSB erlaubt, das Internet abzuschalten

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Die Kontrolle über Kommunikation ist zu einem zentralen Instrument moderner Staatsmacht geworden.

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Nun bewegen sich russische Abgeordnete darauf zu, die Befugnisse der Sicherheitsdienste erheblich auszuweiten.

Ein neuer Gesetzesvorschlag hat bei Rechtsexperten Alarm ausgelöst, die warnen, dass seine Reichweite weit über den Internetzugang hinausgehen könnte.

Gesetz in der Duma verabschiedet

Russlands Staatsduma hat in erster Lesung einen Gesetzesentwurf gebilligt, der die Befugnisse des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) deutlich erweitern würde.

Laut der Kyiv Post würden die Änderungen dem FSB erlauben, Kommunikationsdienste landesweit abzuschalten.

Der Vorschlag würde die Behörde ermächtigen, das mobile Internet, Festnetz-Internet, Telefondienste und „jede andere Form der Kommunikation“ vorübergehend zu deaktivieren, berichtet das unabhängige Medium Faridaily.

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Als Begründung wird die Notwendigkeit genannt, „Bürger und den Staat vor Sicherheitsbedrohungen zu schützen“.

Unklare Details

In dem Gesetzentwurf sind die konkreten Umstände, unter denen der FSB eine Abschaltung anordnen könnte, nicht klar definiert.

Stattdessen sollen diese später durch ein Präsidialdekret oder eine Regierungsverordnung festgelegt werden.

Telekommunikationsanbieter wären gesetzlich verpflichtet, solchen Anordnungen Folge zu leisten.

Die Änderungen würden Unternehmen zudem vor finanzieller Haftung gegenüber Kunden schützen, die von Ausfällen betroffen sind.

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Gerade dieser Mangel an Klarheit gilt als eine der größten Sorgen der Beobachter.

Rechtliche Bedenken

Juristische Experten argumentieren, dass der Umfang des Vorschlags deutlich größer ist, als er zunächst erscheint.

Der Anwalt Alexander Karavaev sagte gegenüber Faridaily, dass die Änderungen möglicherweise sogar auf Postdienste ausgeweitet werden könnten.

Ein weiterer Jurist, Sergei Afanasiev, warnte, dass die Formulierungen des Gesetzes eine äußerst breite Auslegung erlauben.

Nach geltendem russischem Recht umfassen „Kommunikationsdienste“ sowohl Post- als auch elektronische Kommunikation.

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Elektronische Kommunikation, so Afanasiev, schließt die Übertragung von Nachrichten in jeder Form über Funk, Kabel, optische oder andere elektromagnetische Systeme ein.

Quellen: Kyiv Post, Faridaily, Digi24