Startseite Deutschland Sondermaßnahmen wegen Antibiotika-Engpässen

Sondermaßnahmen wegen Antibiotika-Engpässen

apotek
PeopleImages.com - Yuri A/Shutterstock

Lieferprobleme bei Arzneimitteln gehören seit Jahren zum Alltag im Gesundheitswesen.

Gerade lesen andere

In vielen Fällen lassen sich Ausfälle durch Alternativen abfedern.

Bei mehreren wichtigen Antibiotika ist dies derzeit jedoch nur eingeschränkt möglich.

Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb reagiert und vorübergehende Sonderregelungen erlassen.

Penicillin-Präparate besonders betroffen

Konkret geht es um injizierbare Medikamente mit dem Wirkstoff Benzylpenicillin-Benzathin.

Diese sogenannten Depot-Penicilline werden vor allem bei langfristigen Behandlungen eingesetzt, etwa zur Vorbeugung von Rückfällen bei Streptokokken-Infektionen.

Lesen Sie auch

Das Ministerium stellte offiziell einen Versorgungsmangel fest. Dadurch ist es möglich, regulatorische Vorgaben zeitweise zu lockern, um schneller auf Importe aus dem Ausland zurückzugreifen.

Nach Einschätzung des Ministeriums sind vorhandene Ersatzpräparate medizinisch nicht gleichwertig.

Gerade für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Rückfallrisiko seien die betroffenen Penicillin-Arzneien nur schwer zu ersetzen.

Vorräte gehen zur Neige

Nach aktuellen Angaben werden die verbliebenen Bestände voraussichtlich in naher Zukunft vollständig aufgebraucht sein.

Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte, damit seien die Voraussetzungen für einen Versorgungsmangel erfüllt.

Lesen Sie auch

Bereits seit dem Sommer des Vorjahres habe es Hinweise gegeben, dass das einzige in Deutschland zugelassene Präparat ab dem ersten Quartal 2026 nicht mehr lieferbar sein könnte.

Als Ursache gelten Verzögerungen bei Produktionsumstellungen.

Weitere Antibiotika unter Druck

Auch bei anderen Wirkstoffen wie Cefuroxim, Clindamycin, Cotrimoxazol und Erythromycin ist die Lage angespannt. Insgesamt bewertet das Ministerium die Arzneimittelversorgung dennoch als überwiegend stabil.

Besonders bei Medikamenten für Kinder, etwa fiebersenkenden Mitteln, habe sich die Situation verbessert.

Weniger Antibiotika-Verordnungen

Langfristig zeigt sich ein deutlicher Rückgang bei Antibiotika-Verschreibungen.

Lesen Sie auch

Seit 2010 sank die Zahl der Verordnungen pro 1000 Versicherte um rund ein Viertel. Besonders stark war der Rückgang während der Corona-Pandemie.

Bei Kindern variiert die Entwicklung je nach Altersgruppe.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Bild