Startseite Krieg Lügt Russland? Geheimdienst widerspricht Putin bei den Kosten des Ukraine-Kriegs

Lügt Russland? Geheimdienst widerspricht Putin bei den Kosten des Ukraine-Kriegs

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Hinter Russlands Zahlen, so sagen Analysten, erzählt das wahre Ausmaß der Militärausgaben eine andere Geschichte.

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Hinter Russlands Zahlen, so sagen Analysten, erzählt das wahre Ausmaß der Militärausgaben eine andere Geschichte.

Eine Geheimdiensteinschätzung aus Deutschland deutet darauf hin, dass die Kriegskosten weit über das hinausgehen, was Moskau öffentlich einräumt.

Astronomische Militärausgaben

Russlands Militärausgaben sind in den vergangenen Jahren deutlich höher gewesen als die Zahlen, die im offiziellen Verteidigungshaushalt aufgeführt sind, heißt es in einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Die Behörde schätzt, dass die tatsächlichen Ausgaben die erklärten Werte um bis zu 66 % überstiegen haben.

Laut BND werden zahlreiche militärbezogene Kosten aus Russlands Verteidigungsbudget ausgeklammert.

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Dazu gehören Bauprojekte für das Verteidigungsministerium, militärische Softwareprogramme sowie Sozialleistungen für Soldaten.

Der deutsche Geheimdienst sagt, diese Ausgaben würden stattdessen in anderen Bereichen des russischen Staatshaushalts verbucht, wodurch die vollständige finanzielle Belastung des Krieges verschleiert werde. Über die Ergebnisse berichtete dpa, zitiert von Agerpres.

Unterschiedliche Definitionen

Eine Erklärung für die Lücke ist laut BND, dass Russland Verteidigungsausgaben ganz anders definiert als NATO-Staaten.

Dadurch können Vergleiche, die sich nur auf offizielle Haushaltsposten stützen, irreführend sein.

Die Analyse weist zudem darauf hin, dass russische Verteidigungsdaten häufig verzerrt seien, weshalb zusätzliche Überprüfungen notwendig seien.

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Deutsche Geheimdienstvertreter erklärten, sie beobachteten diese Abweichungen bereits seit längerer Zeit.

Aufgrund dieser Buchungspraxis, so argumentiert der BND, spiegeln die offiziell veröffentlichten Zahlen nicht das tatsächliche Ausmaß der für das Militär eingesetzten Ressourcen wider.

Kriegsbedingte Ausweitung

Seit dem Beginn der groß angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 hat Moskau seine Militärausgaben laut dem von dpa zitierten BND-Dokument Jahr für Jahr deutlich erhöht.

Der Geheimdienst schätzt, dass Russland im vergangenen Jahr rund 273 Milliarden Euro für sein Militär ausgegeben hat.

Diese Summe würde etwa die Hälfte der gesamten Staatsausgaben und ungefähr 10 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

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Zum Vergleich: Die Militärausgaben lagen 2022 bei etwa 6 % des BIP, stiegen 2023 auf 6,7 % und 2024 auf 8,5 %.

Der BND sagt, die Mittel würden nicht nur eingesetzt, um den Krieg in der Ukraine fortzuführen, sondern auch, um militärische Fähigkeiten auszubauen, insbesondere nahe der östlichen NATO-Flanke.

Deutsche Geheimdienstvertreter bezeichneten diese Zahlen laut dpa als konkreten Beleg für eine wachsende Sicherheitsbedrohung für Europa.

Quellen: dpa, Agerpres, Digi24

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