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Studie zeigt: Der Verlust eines Haustiers kann schmerzhafter sein als der Verlust eines geliebten Menschen

Hund, dog, scared
Zivica Kerkez / Shutterstock.com

Der Verlust eines geliebten Tieres wird oft als weniger schwerwiegend angesehen als andere Formen der Trauer.

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Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der emotionale Schmerz für viele Menschen deutlich tiefer geht, als allgemein angenommen wird.

Eine aktuelle Studie aus dem Vereinigten Königreich beleuchtet, wie verheerend der Tod eines Haustiers sein kann.

Ein schmerzhafter Verlust

Der Verlust eines Hundes oder einer Katze kann ebenso belastend sein wie der Tod eines engen Familienmitglieds oder Freundes, so eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde.

Die Forschenden stellten fest, dass mehr als jede fünfte Person, die sowohl den Tod eines nahestehenden Menschen als auch eines Haustiers erlebt hatte, angab, der Verlust des tierischen Begleiters sei schmerzhafter gewesen.

Die Ergebnisse stellen lang gehegte Annahmen über Trauer und deren gesellschaftliche Anerkennung infrage.

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Was die Studie ergab

Die Umfrage wurde im März 2024 unter 975 Erwachsenen im Vereinigten Königreich durchgeführt und so konzipiert, dass sie die Gesamtbevölkerung widerspiegelt.

Rund ein Drittel der Befragten gab an, im Laufe ihres Lebens ein geliebtes Haustier verloren zu haben, und nahezu alle hatten auch den Tod eines Menschen aus ihrem nahen Umfeld erlebt.

Von jenen, die beide Arten von Verlust erfahren hatten, berichteten 21 Prozent, dass die Trauer um ihren Hund oder ihre Katze belastender gewesen sei, selbst wenn der menschliche Verlust ein Elternteil, ein Geschwister oder ein enger Freund war.

Warum es besonders schmerzt

Philip Hyland, Psychologe an der Maynooth University und Hauptautor der Studie, sagte, die Intensität der Trauer stehe in engem Zusammenhang mit emotionalen Bindungen.

Haustiere würden häufig als vollwertige Familienmitglieder erlebt, erklärte er, die den Alltag teilen und Gesellschaft bieten, ohne die Konflikte, die menschliche Beziehungen oft erschweren.

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Für viele Halter leisten Tiere kontinuierliche emotionale Unterstützung, was ihre Abwesenheit besonders schmerzhaft macht.

Anhaltende Trauer

Die Studie ergab zudem, dass die Trauer um ein Haustier für manche Menschen schwerwiegend und langanhaltend sein kann.

Bei 7,5 Prozent der Befragten erfüllte die Trauer um ein Tier die Kriterien einer anhaltenden Trauerstörung, einer Diagnose, die derzeit ausschließlich bei Todesfällen von Menschen angewendet wird.

Die Autoren argumentieren, dass diese Ergebnisse auf einen wachsenden Bedarf an größerem gesellschaftlichem Bewusstsein und besserer Unterstützung für Menschen hinweisen, die den Verlust eines Haustiers verarbeiten müssen.

Quellen: PLOS One, WP

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