Ukrainische Spezialisten erhalten einen unerwarteten Einblick in die Technologie, die gegen sie eingesetzt wird.
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Was sie dabei entdecken, so sagen sie, offenbart deutliche Unterschiede in Qualität und Haltbarkeit.
Die Einschätzungen stammen von Ingenieuren, die erbeutete und beschädigte Drohnenkomponenten für eine Wiederverwendung instand setzen.
Reparaturen für die Front
Die ukrainische ZAMPOTECH-Stiftung betreibt ein Projekt zur Unterstützung der Streitkräfte, bei dem Motoren aus russischen Shahed- und Geran-Drohnen wiederhergestellt werden.
Nach Angaben der Stiftung dauert die Aufarbeitung eines einzelnen funktionsfähigen Motors etwa zwei Wochen und erfordert in der Regel verwertbare Teile aus drei oder vier beschädigten Einheiten. Die reparierten Motoren werden anschließend der ukrainischen Armee zur Verfügung gestellt.
Qualitätsvergleich
Ingenieure von ZAMPOTECH sagen, dass die meisten Shahed- und Geran-Drohnen mit MD550-Vierzylinder-Boxermotoren ausgestattet sind, die den Fluggeräten Geschwindigkeiten von rund 185 km/h ermöglichen.
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Auf Grundlage ihrer Analysen sind in Iran montierte Motoren am haltbarsten und zuverlässigsten. In Russland und China gefertigte Ersatzmotoren schneiden dagegen deutlich schlechter ab.
„Der russische Motor läuft maximal vier bis fünf Stunden, was für ein oder zwei Einsätze reicht. Nur der chinesische Motor ist noch schlechter und funktioniert lediglich etwa eineinhalb bis zwei Stunden, bevor er vollständig blockiert“, erklärte ZAMPOTECH in einer Mitteilung.
Vereinfachtes Design
Nach Angaben der ukrainischen Ingenieure deutet die schwächere Leistung darauf hin, dass russische Hersteller das ursprüngliche iranische Design vereinfacht haben, um Kosten zu senken und die Produktion zu beschleunigen.
Die Analyse von ZAMPOTECH ergab, dass bei russischen Versionen des Motors mehrere Bauteile entfernt wurden, darunter der Anlasser und das schwere Schwungrad, was die Haltbarkeit und die Lebensdauer im Einsatz verringert.
Die Stiftung erklärt, dass diese Änderungen die Motoren unter Gefechtsbedingungen deutlich unzuverlässiger machen.
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Von Shahed zu Geran
Russland setzte zunächst ausschließlich auf im Iran hergestellte Shahed-Drohnen, die laut einem in dem Artikel zitierten Bloomberg-Bericht bereits ab 2021 eingelagert wurden.
Mit der Zeit erwarb Moskau Produktionstechnologien und begann, eigene Varianten mit der Bezeichnung Geran in Anlagen in der russischen Region Tatarstan herzustellen.
Obwohl Iran Russland eine Lizenz zur Produktion der Drohnen verkauft hat, weist der Journalist Łukasz Michalik darauf hin, dass Teheran nicht für spätere Konstruktionsänderungen verantwortlich ist, die von russischen Herstellern vorgenommen wurden.