Facebook zieht erneut Aufmerksamkeit auf sich, weil das Unternehmen personenbezogene Daten über lange Zeit speichert. Eine wieder aufgetauchte Kontofunktion hat Nutzer daran erinnert, dass Unterhaltungen aus den frühesten Jahren der Plattform möglicherweise noch existieren – still archiviert, lange nachdem sie verfasst wurden. Diese Erkenntnis war verstörend. Für viele langjährige Nutzer hat sie einen erneuten Blick auf Privatsphäre, Dauerhaftigkeit und darauf ausgelöst, wie anders sich das Internet einst anfühlte.
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Facebook wurde 2004 gestartet und führte 2008 private Chats ein – zu einer Zeit, in der Online-Nachrichten eher dem Weiterreichen von Zetteln glichen als dauerhaften Aufzeichnungen. Pinnwand-Beiträge waren öffentlich, der Ton locker, und das übermäßige Teilen persönlicher Inhalte aus den frühen 2000er-Jahren war oft die Regel.
Berichte der Mirror zeigen, dass Facebook historische Daten speichert, um die Kontinuität von Nutzerkonten zu gewährleisten, gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und Nutzern Zugang zu ihren eigenen Informationen zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren eingeführte Gesetze zur Datenportabilität haben diesen Ansatz verstärkt und Nutzern das Recht gegeben, abzurufen, was Plattformen über sie speichern.
Die Logik ist administrativ, die Wirkung ist persönlich.
Einige Nutzer stellten zuletzt infrage, ob Verschlüsselungs-Updates ihren Nachrichtenverlauf vollständig gelöscht hätten. Online-Diskussionen ließen vermuten, dass Gespräche aus vergangenen Jahren endgültig verschwunden seien.
Das waren sie nicht. Nachrichten, die nie manuell gelöscht wurden, können weiterhin im gespeicherten Verlauf eines Kontos auftauchen, auch wenn Gesprächsstränge nach Jahren von Kontoänderungen unvollständig erscheinen.
Es ist keine neue Funktion. Sie ist lediglich neu ins Bewusstsein gerückt.
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Wenn das Fremdschämen einsetzt
Die Verwirrung spiegelte sich auch auf Reddit wider, wo Nutzer Screenshots austauschten und Zeitachsen verglichen, um herauszufinden, ob ihre Nachrichtenverläufe fehlten oder lediglich vergraben waren.
Ein Nutzer schrieb:
„Ich lösche jeden Tag all meine Erinnerungen. Ich hoffe, das Jahr ist bald vorbei. Ich habe es satt. Das tägliche Fremdschämen ist real.“
Andere, wie es mehrere langjährige Nutzer beschrieben, zuckten zusammen angesichts früheren Selbstbewusstseins, unbeholfener Formulierungen oder einer jugendlichen Gewissheit, die sie heute nicht mehr wiedererkennen. Eine kleinere Gruppe begrüßte das Archiv.
„Ich habe Facebook immer wie ein Tagebuch genutzt, um mein Leben zu dokumentieren. Ich wollte nicht, dass all das einfach verschwindet“, sagte ein Nutzer.
Auf das Wesentliche reduziert, geht es nicht um Peinlichkeit. Es geht um Erwartung.
Nutzer behandelten frühe soziale Medien wie Sandburgen, täglich neu geformt und über Nacht weggespült. Die Plattformen speicherten sie eher wie ein Lagerinventar – verpackt und beschriftet.
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Nichts zerstört die Illusion schneller, als es wiederzusehen.
Quellen: Mirror, Reddit