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Russland räumt ein, dass 250.000 zurückgekehrte soldaten arbeitslos sind

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Hunderttausende russische Soldaten, die aus dem Krieg in der Ukraine zurückkehren, haben Berichten zufolge Schwierigkeiten, sich wieder in das zivile Leben einzugliedern. Offizielle Stellen haben das Ausmaß des Problems eingeräumt, während die Behörden zugleich neue Beschäftigungsinitiativen auf den Weg bringen.

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Nach Angaben von Belsat sind derzeit bis zu 250.000 ehemalige russische Soldaten nach ihrer Rückkehr von der Front arbeitslos. Die Zahl wurde Kommentaren des russischen Beamten Sergej Nowikow zugeschrieben.

„Sie sind zurückgekehrt, sie arbeiten nicht, sie geben das Geld aus, das sie erhalten haben, oder sie machen etwas anderes. Insgesamt haben 250.000 Menschen keine Beschäftigung gefunden. Dieses Problem müssen wir natürlich angehen“, sagte Nowikow laut Belsat.

Das Medium berichtete, dass die Daten zur Zahl der arbeitslosen Veteranen später aus offiziellen Quellen entfernt wurden, meldet 02.pl.

Schwierigkeiten in der Heimat

Belsat schilderte die Erfahrungen mehrerer ehemaliger Soldaten, denen der Übergang zurück ins zivile Leben schwerfiel.

Wassili aus der Region Kursk verlor im Krieg eine Hand. Vor seinem Einsatz arbeitete er in körperlichen Tätigkeiten. Er sagte, ihm sei eine Stelle in einer anderen Stadt angeboten worden, die er jedoch wegen des langen Arbeitswegs ablehnte.

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Ihm sei außerdem eine Position in einem Militärrekrutierungsbüro in Aussicht gestellt worden. Das Angebot sei jedoch zurückgezogen worden, nachdem Vorgesetzte seine Verletzung gesehen hätten und ihm mitgeteilt hätten, er könne die Bürotätigkeiten nicht ausüben.

Ein weiterer Veteran, Michail aus der Region Luhansk, arbeitete früher als Bergmann, bevor er sich den russischen Streitkräften anschloss. Berichten zufolge arbeitet er nun informell als Taxifahrer.

Reaktion der Regierung

Michail sagte, ihm seien geringer bezahlte Tätigkeiten wie Hausmeister oder Friedhofswärter angeboten worden, doch die Löhne seien nicht ausreichend gewesen, um seine Familie zu ernähren. Auch er habe im Verlauf des Konflikts Verletzungen erlitten.

Als Reaktion auf die steigende Arbeitslosigkeit unter Veteranen haben die russischen Behörden laut Belsat bis zu 300 Programme zur Umschulung und Vermittlung ehemaliger Soldaten in zivile Berufe gestartet.

Die Initiativen umfassen Berichten zufolge Subventionen für Unternehmen, die bereit sind, Veteranen einzustellen. Die Unterstützung beläuft sich demnach auf rund 10.000 polnische Złoty pro Mitarbeiter.

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Die Situation verdeutlicht die breiteren sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen Russland steht, während der Krieg andauert.

Quellen: Belsat, o2.pl