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„Utøya“-Massaker-Spiel aus beliebtem Kinderspiel entfernt

„Utøya“-Massaker-Spiel aus beliebtem Kinderspiel entfernt
Halfpoint/shutterstock.com

Es ist unklar, wie lange das Spiel zugänglich war, doch alle Spieler konnten darauf zugreifen.

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Der 22. Juli 2011 war der Tag, an dem sich Norwegen für immer veränderte.

Ein Terroranschlag eines rechtsextremen Täters führte zu Bombenexplosionen in der Hauptstadt Oslo, bei denen acht Menschen getötet wurden. Doch was den Anschlag zu einem umfassenden Massaker machte, geschah später am selben Tag auf der Insel Utøya.

Auf der Insel fand das jährliche Sommerlager der norwegischen Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF), einer linksgerichteten Jugendorganisation, statt, und 600 junge Menschen hatten sich dort versammelt.

Der Attentäter, Anders Breivik, verkleidete sich als Polizist, nahm die Fähre zur Insel und eröffnete das Feuer.

Nachdem er die Insel betreten hatte, tötete er innerhalb von weniger als einer Stunde 69 junge Menschen.

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77 Menschen starben an diesem Tag.

Doch nun ist die Tragödie erneut in den Nachrichten aufgetaucht – dieses Mal in Form eines Videospiels für Kinder.

Ein beliebtes Kinderspiel

Laut dem norwegischen Medium VG war ein von einem Nutzer erstelltes Spiel, das sich auf den Terroranschlag bezog, kurzzeitig auf der globalen Gaming-Plattform Roblox verfügbar, die bei Kindern beliebt ist.

Es wurde entfernt, nachdem eine Kinderschutzorganisation das Unternehmen darauf aufmerksam gemacht hatte.

Das Spiel mit dem Titel „Utøya! (norwegian back story)“ und dem Untertitel „murderer on norwegian island“ stellte Elemente nach, die dem Terroranschlag von 2011 ähnelten.

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Die Spieler bewegten sich durch eine bewaldete Insellandschaft, während sie von einer als Polizist gekleideten Figur verfolgt wurden, die auf sie schoss.

Es blieb bis Woche sieben zugänglich und wurde nach Kontakt zwischen Roblox und der norwegischen Kinderorganisation Barnevakten entfernt.

Gemeldet und entfernt

Barnevakten versuchte zunächst, das Spiel über das interne Meldesystem von Roblox zu melden, erklärte jedoch, es sei mehrere Tage online geblieben. Nachdem die Organisation direkt einen Unternehmensvertreter kontaktiert hatte, wurde das Spiel innerhalb weniger Minuten gelöscht.

„Was diesen Fall besonders schwerwiegend macht, ist, dass hier eine Gewalttat nachgestellt wird, die sich tatsächlich im realen Leben ereignet hat. Dies verstößt gegen mehrere der Nutzungsbedingungen von Roblox. Es ist nicht erlaubt, Spiele zu erstellen, die auf Terrorismus, gewalttätigem Extremismus oder sensiblen Ereignissen basieren“, sagte Kjellaug Tonheim Tønnesen, Leiterin der Fachentwicklung bei Barnevakten, gegenüber VG.

In einer Stellungnahme gegenüber VG erklärte Roblox, man setze Sicherheitsermittler, Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz sowie Tausende menschliche Moderatoren ein, um Regelverstöße aufzudecken. Das Unternehmen fügte hinzu:

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„Auch wenn kein System perfekt ist, arbeiten wir mit führenden zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter dem Global Internet Forum to Counter Terrorism – sowie mit Polizei- und Strafverfolgungsbehörden zusammen, um über Entwicklungen in der Bedrohungslage auf dem Laufenden zu bleiben und diese Erkenntnisse zu nutzen, um unsere Systeme kontinuierlich zu verbessern. Zudem ermutigen wir unsere Nutzer, die ‚Report Abuse‘-Funktionen zu verwenden, um uns auf verbotene Inhalte aufmerksam zu machen, und wir arbeiten täglich daran, unsere Sicherheitssysteme weiter zu stärken.“

Plattform in der Kritik

Roblox, 2006 gegründet, verzeichnet nach eigenen Angaben mehr als 85 Millionen täglich aktive Nutzer. Der Dienst ermöglicht es den Nutzern, eigene Spiele zu entwerfen und zu veröffentlichen, mit anderen zu interagieren und durch virtuelle Währung Geld zu verdienen.

Die Plattform stand in der Vergangenheit wegen gewalttätiger Inhalte, Betrugsfällen und Risiken unangemessener Kontaktaufnahme in der Kritik. Tønnesen wies darauf hin, dass ähnliche Spiele mit Bezug zu realen Ereignissen zuvor ebenfalls entfernt worden seien.

Quellen: VG

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