Startseite Krieg Russlands „Wunderwaffen“ wurden in der Ukraine einer harten Bewährungsprobe unterzogen

Russlands „Wunderwaffen“ wurden in der Ukraine einer harten Bewährungsprobe unterzogen

Russlands „Wunderwaffen“ wurden in der Ukraine einer harten Bewährungsprobe unterzogen
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Eine neue Generation hochkarätiger Waffensysteme wurde als ein Sprung nach vorn in der modernen Militärmacht präsentiert. Auf dem Schlachtfeld wird ihre Wirkung jedoch eher an Ergebnissen als an Rhetorik gemessen.

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Der Krieg in der Ukraine ist zu einem Wettstreit um Abnutzung, Logistik und Anpassungsfähigkeit geworden. Drohnen erkunden Schützengräben. Artillerie beschießt Nachschublinien. Luftabwehrsysteme fangen ab, was sie können.

In diesem Umfeld müssen selbst die modernsten Waffen beweisen, dass sie verlässlich Ergebnisse liefern können.

Westliche Militäranalysten sagen, der Konflikt habe Systeme begünstigt, die zuverlässig, erschwinglich und leicht zu ersetzen sind. Hyperschallraketen und experimentelle Plattformen mögen Schlagzeilen machen, doch sie verändern nicht automatisch die Dynamik auf dem Schlachtfeld. Kriege werden von Systemen gewonnen, die jeden Tag funktionieren.

Vor diesem Hintergrund hat das unabhängige russische Medium The Insider Russlands viel beworbene „Wunderwaffen“ untersucht und sich dabei auf Recherchen und Experteneinschätzungen gestützt.

Große Versprechen, begrenzte Wirkung

Zu den hervorgehobenen Systemen gehört die Rakete Oreschnik. In einer Rede im Jahr 2024 beschrieb Präsident Wladimir Putin sie laut dem russischen Medium Gazeta als einen „Meteoriten, so heiß wie die Sonne“, und fügte hinzu: „Wir wissen aus der Geschichte, wie und wo Meteoriten einschlugen und welche Folgen das hatte. Es reichte aus, um ganze Seen zu schaffen, nicht wahr? Was war das Ergebnis des Tunguska-Ereignisses? Es ist allgemein bekannt.“

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Öffentlich zugängliche Satellitenbilder, die in offenen Berichten nach gemeldeten Einsätzen ausgewertet wurden, hätten jedoch, so das russische Medium, keine Zerstörung gezeigt, die mit diesen Beschreibungen vergleichbar wäre. Der Einsatz neuerer Systeme habe den Verlauf des Krieges nicht entscheidend verändert.

Dasselbe Muster zeigt sich bei anderen hochkarätigen Waffen. Ihr Einsatz war begrenzt, ihre Wirkung blieb überschaubar.

Technologie und Inszenierung

Die nuklear angetriebene Marschflugkörperrakete Burewestnik, mitunter als „fliegendes Tschernobyl“ bezeichnet, sei von Putin als „eine einzigartige Waffe, die kein anderes Land besitzt“, dargestellt worden, schreibt The Insider. Forscher des CSIS argumentieren, dass sie Russlands strategische Position nicht grundlegend verändere.

Poseidon, das nuklear angetriebene Unterwasserfahrzeug, sei eher als Symbol denn als Instrument auf dem Schlachtfeld eingesetzt worden. Im Jahr 2022 sagte der staatliche Fernsehmoderator Dmitri Kisseljow: „Eine Explosion dieses thermonuklearen Torpedos vor der Küste Großbritanniens würde eine gigantische Welle – einen bis zu 500 Meter hohen Tsunami – auslösen“ und „alles, was von ihnen übrig bleibt, in eine radioaktive Wüste verwandeln, die für lange Zeit unbewohnbar wäre.“

Forscher des Schwedischen Instituts für Internationale Angelegenheiten schrieben, eine solche Rhetorik ziele häufig darauf ab, westliche politische Kalkulationen zu beeinflussen, statt einen unmittelbar bevorstehenden operativen Einsatz zu signalisieren.

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Da der New-START-Vertrag am 5. Februar 2026 ausläuft, fügt das Fehlen verbindlicher Begrenzungen eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzu. Analysten von SIPRI warnen, dass ohne Verifikationsmechanismen das Misstrauen wachse und ein Rüstungswettlauf schwerer einzudämmen sei.

Die Waffen existieren. Ob sie den versprochenen strategischen Hebel liefern, ist eine andere Frage.

Quellen: The Insider, Gazeta, Schwedisches Institut für Internationale Angelegenheiten