Das US-Verteidigungsministerium erwägt Berichten zufolge, die Zusammenarbeit mit Anthropic zu beenden und das Unternehmen als „Lieferkettenrisiko“ einzustufen, nachdem es zu Konflikten über den militärischen Einsatz seiner KI-Tools gekommen ist — ein weiterer Schritt in der wachsenden Spannung zwischen Silicon Valley und dem Pentagon.
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Eine der einflussreichsten Beziehungen im Bereich der künstlichen Intelligenz könnte vor dem Zerbrechen stehen.
Das US-Verteidigungsministerium erwägt Berichten zufolge einen drastischen Schritt, der die Zukunft von Anthropic neu gestalten könnte.
Laut Axios prüft das Pentagon, die Geschäftsbeziehungen mit dem KI-Unternehmen zu beenden und es offiziell als „Risiko für die Lieferkette“ einzustufen.
Eine solche Einstufung würde nicht nur die direkte Zusammenarbeit beenden, sondern könnte auch andere Rüstungsunternehmen daran hindern, Anthropics Technologie zu nutzen.
Der Schritt folgt auf monatelange Verhandlungen darüber, wie die Claude-Modelle des Unternehmens in militärischen Kontexten eingesetzt werden dürfen.
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Streit um Kontrolle
Anthropic-CEO Dario Amodei hat klare Grenzen für den Einsatz der Systeme seines Unternehmens gezogen und argumentiert, sie sollten weder Waffen steuern, die ohne menschliche Aufsicht operieren, noch zur Überwachung von Amerikanern eingesetzt werden.
Axios berichtet, das Verteidigungsministerium verlange von KI-Anbietern, dass ihre Technologie für „alle rechtmäßigen Zwecke“ genutzt werden dürfe — eine Position, die offenbar mit Anthropics Einschränkungen kollidiert.
Claude ist laut Bericht bereits in bestimmten militärischen Systemen integriert und derzeit das einzige KI-Modell, das in einigen klassifizierten Umgebungen verfügbar ist. Das Pentagon soll zudem mit Google, Meta und xAI über entsprechende Bedingungen verhandeln.
Hohe Einsätze
Der Verlust eines Vertrags mit dem Verteidigungsministerium allein dürfte Anthropics Finanzen nicht erheblich schädigen, doch eine Einstufung als Lieferkettenrisiko könnte weitreichendere Folgen haben.
Unternehmen, die mit dem Pentagon zusammenarbeiten, könnten gezwungen sein, auf Anthropics Tools zu verzichten, was sich auch auf kommerzielle Partnerschaften außerhalb des Verteidigungssektors auswirken könnte.
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Mit acht Unternehmen aus den Fortune 10 unter seinen Kunden gilt es weithin als aussichtsreicher IPO-Kandidat.
Ein entscheidender Test
Der Konflikt verdeutlicht eine tiefere Spannung zwischen privaten KI-Entwicklern und staatlichen Sicherheitsinstitutionen.
Für das Pentagon wird der Zugang zu fortschrittlichen KI-Systemen zunehmend strategisch. Für Unternehmen wie Anthropic sind öffentliche Zusagen zu ethischen Grenzen zentral für Marke und Governance-Modell.
Sollte das Verteidigungsministerium den Schritt vollziehen, könnte das Ergebnis zeigen, wie viel Kontrolle KI-Unternehmen realistisch behalten können, sobald ihre Systeme für staatliche Machtstrukturen kritisch werden.
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Quelle: Axios