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Die Hälfte der xAI-Mitgründer ist weg — was passiert in Musks KI-Labor?

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JRdes / Shutterstock.com

Mehr als die Hälfte der ursprünglichen Mitgründer von xAI haben das Unternehmen inzwischen verlassen. Die jüngsten Abgänge erfolgen im Zuge einer Umstrukturierung, einer Fusion mit SpaceX und wachsendem Druck im KI-Wettlauf — und werfen neue Fragen zu internen Spannungen bei Elon Musks Start-up auf.

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Elon Musks KI-Start-up sieht sich einer Welle prominenter Abgänge gegenüber.

Innerhalb weniger Tage haben zwei Mitgründer sowie mehrere hochrangige technische Mitarbeiter das Unternehmen verlassen — was Fragen darüber aufwirft, was in einem der meistbeachteten KI-Labore des Silicon Valley vor sich geht.

Mehr als die Hälfte der ursprünglichen Mitgründer, die xAI im Jahr 2023 ins Leben riefen, haben das Unternehmen inzwischen verlassen. Zu den jüngsten Rücktritten zählen Jimmy Ba und Tony Wu, die Musk öffentlich für die Gelegenheit dankten, bevor sie weiterzogen.

Ein plötzlicher Exodus

Die Abgänge folgen auf eine interne Umstrukturierung, die Musk während eines unternehmensweiten Treffens ankündigte. In einem Beitrag auf X erklärte er, xAI sei „umorganisiert worden, um die Umsetzungsgeschwindigkeit zu verbessern“.

„Das erforderte leider, dass wir uns von einigen Personen trennen mussten“, schrieb Musk und fügte hinzu, das Unternehmen stelle weiterhin „aggressiv“ ein.

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Das Timing ist bemerkenswert. Die Abgänge erfolgen just in dem Moment, in dem Musk xAI mit SpaceX fusionieren will — ein Schritt, der nach seinen Angaben den Aufbau von KI-Rechenzentren im Orbit ermöglichen soll, ebenso wie eine „selbsttragende“ Stadt und einen Massentreiber auf dem Mond.

Für manche Beobachter könnte die Kombination aus langfristigen, ambitionierten Plänen und unmittelbaren operativen Umbrüchen auf interne Spannungen hinsichtlich Ausrichtung und Prioritäten hindeuten.

Strategiewechsel?

Mehrere der ausgeschiedenen Mitarbeiter arbeiteten an Grok, dem Chatbot von xAI, der bereits internationale Kritik wegen der Erzeugung expliziter Bilder realer Personen auf sich gezogen hat. Andere waren mit Reasoning-Systemen, Empfehlungsalgorithmen und KI-gestützten Lernwerkzeugen befasst.

Ein ehemaliger technischer Mitarbeiter, Vahid Kazemi, schrieb, „alle KI-Labore bauen exakt dasselbe, und das ist langweilig“, was auf Frustration über die Richtung der Branche hindeutet.

Die Abgänge fallen zudem mit wachsendem finanziellem Druck zusammen. Berichten zufolge verbrannte xAI im vergangenen Jahr Milliarden. Gleichzeitig bereitet SpaceX offenbar einen möglichen Börsengang vor, der das Raumfahrtunternehmen mit bis zu 1,5 Billionen US-Dollar bewerten könnte — eine Entwicklung, die die Prioritäten der kombinierten Einheit neu ordnen könnte.

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Kultur und Konsolidierung

Musk bezeichnete die Umstrukturierung als notwendig, um die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Ehemalige Mitarbeiter lobten in ihren Abschiedsbotschaften, was einer als „Kriegsmentalität“ beschrieb.

Diese Wortwahl deutet auf eine intensive interne Kultur hin — eine, die möglicherweise nicht jedem leitenden Ingenieur oder Forscher zusagt, insbesondere da sich das Unternehmen vom Start-up-Modus zu einer stärker integrierten Einheit innerhalb von Musks breiterem Unternehmensimperium entwickelt.

Die Fusion mit SpaceX könnte zudem eine Abkehr von einer rein auf KI-Forschung ausgerichteten Strategie hin zu Infrastruktur- und langfristigen, weltraumbezogenen Ambitionen markieren. Diese strategische Ausweitung könnte einige Gründer und frühe Mitarbeiter dazu veranlassen, ihre Rolle neu zu bewerten.

Ein breiteres Signal?

Der Exodus erfolgt zudem inmitten größerer Turbulenzen im KI-Sektor. Rivalisierende Labore liefern sich ein Rennen um immer leistungsfähigere Modelle, während Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Governance und Kommerzialisierung zunehmen.

Sollte xAI die Kontrolle straffen und zugleich seine Ambitionen ausweiten, könnten die Abgänge von Gründungsmitgliedern auf tiefere Meinungsverschiedenheiten über Tempo, Produktstrategie oder akzeptables Risiko hindeuten.

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Öffentlich äußerten sich die Ausscheidenden wohlwollend. Doch das Muster wirft eine anhaltende Frage über Musks KI-Vorhaben auf: Handelt es sich um eine routinemäßige Umstrukturierung — oder um das Zeichen eines Unternehmens, das in eine volatilere Phase eintritt?

Quellen: Berichterstattung von Business Insider; öffentliche Beiträge ausgeschiedener xAI-Mitarbeiter