Das zeigt deutlich, wie alles geopolitisch miteinander verbunden ist.
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India hat seine Abhängigkeit von russischem Rohöl weiter verringert und gleichzeitig seine Käufe aus der Golfregion und den Vereinigten Staaten erhöht, wie aus neu veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht.
Doch eine Reihe jüngster globaler Entwicklungen könnte diese Strategie für das Land in den kommenden Monaten deutlich teurer machen.
The Hindu zitiert die neuesten vorläufigen Zahlen des indischen Ministeriums für Handel und Industrie, wonach die Importe von russischem Rohöl im Januar 2026 stark zurückgegangen sind. Der Rückgang drückte Russlands Anteil an Indiens Ölimporten erstmals seit Mitte 2022 unter 20 Prozent.
Indien kaufte in diesem Monat russisches Rohöl im Wert von rund 1,98 Milliarden US-Dollar. Das markierte den niedrigsten Stand seit 44 Monaten und senkte Russlands Anteil an den indischen Ölimporten auf 19,3 Prozent.
Nur zwei Monate zuvor machte Russland noch 27,5 Prozent von Indiens Ölimporten aus. Im Mai 2025 hatte der Anteil bei rund 33 Prozent gelegen.
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Unsicherheit über ein Handelsabkommen
Der Rückgang der Käufe russischen Öls erfolgte parallel zu Verhandlungen zwischen Neu-Delhi und Washington über ein mögliches Handelsabkommen.
Die US-Regierung hatte zuvor Zollentlastungen für indische Waren daran geknüpft, dass Indien seine Käufe von russischem Öl zurückfährt und gleichzeitig mehr amerikanische Energie importiert.
Am 6. Februar senkte US-Präsident Donald Trump die Zölle auf indische Waren von 50 Prozent auf 25 Prozent, nachdem er eine frühere Strafmaßnahme aufgehoben hatte, die im August 2025 verhängt worden war. Er sagte, die Entscheidung folge auf Indiens Zusage, seine Energieversorgung zu verändern.
„Indien hat sich verpflichtet, den direkten oder indirekten Import von Öl aus der Russischen Föderation zu stoppen [und] hat zugesichert, Energieprodukte aus den Vereinigten Staaten zu kaufen“, sagte Trump damals.
Am 20. Februar erklärte der Oberste Gerichtshof der USA jedoch die rechtliche Grundlage für diese Zölle für ungültig, was bedeutet, dass die Abgaben unabhängig von Indiens Energiepolitik aufgehoben worden wären.
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Steigende Risiken
Unterdessen erschweren geopolitische Spannungen Indiens Abkehr von russischem Rohöl.
Die Ölpreise sind um mehr als 8 Prozent auf rund 80 US-Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem am 28. Februar ein Konflikt mit dem Iran ausgebrochen war. Analysten warnen, dass anhaltende Preissteigerungen Indiens Energiekosten deutlich erhöhen könnten.
„Jeder Anstieg des Rohölpreises um 1 US-Dollar erhöht Indiens jährliche Importrechnung um etwa 2 Milliarden US-Dollar“, schrieb JM Financial Services laut The Hindu in einer Analyse.
Die Lage wird zusätzlich durch Risiken für die Schifffahrtsrouten im Nahen Osten erschwert. Der Iran kündigte am Montag an, die Straße von Hormus geschlossen zu haben – eine wichtige Passage für den Transport von Öl aus den Golfstaaten.
Nach Angaben von Moody’s Analytics schafft die Krise zusätzliche Unsicherheit für Indien, das stark auf Rohöl aus dem Nahen Osten angewiesen ist und gleichzeitig versucht, seine Importe aus Russland zu reduzieren.
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Quellen: Indisches Ministerium für Handel und Industrie, Moody’s Analytics, JM Financial Services, The Hindu