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Neue Dokumente werfen neue Fragen zum Tod von Jeffrey Epstein in Haft auf

Jeffrey Epstein
Screendump: CNBC-TV18/YouTube

Fragen zum Tod von Jeffrey Epstein sind erneut aufgekommen – nicht, weil sich die offizielle Einschätzung geändert hat, sondern weil neu zitierte Unterlagen die Aufmerksamkeit darauf gelenkt haben, was das Gefängnispersonal in den Stunden vor seinem Tod tat – und was nicht.

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Berichte der Zeitung The Sun, die auf Material des FBI und des US-Justizministeriums basieren, sowie Details, die von der New York Post zitiert werden, konzentrieren sich auf Wachkontrollen, Computeraktivitäten, Finanztransaktionen und eine Aussage eines Häftlings, die von den Ermittlern protokolliert, jedoch nicht verifiziert wurde.

Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und später in der Special Housing Unit des Metropolitan Correctional Center in Manhattan untergebracht. Am 10. August 2019 wurde er dort tot aufgefunden, während er auf seinen Prozess wegen bundesrechtlicher Anklagen im Zusammenhang mit Sexhandel wartete.

Die Gerichtsmedizin von New York City stufte den Tod als Selbstmord ein. Dennoch ist der Fall weiterhin Gegenstand von Untersuchungen geblieben, unter anderem wegen Versäumnissen innerhalb der Haftanstalt, darunter ausgefallene Kontrollrunden und Fragen zur Abdeckung durch Überwachungskameras.

Den Berichten zufolge wurden die Justizvollzugsbeamten Tova Noel und Michael Thomas beschuldigt, während der Nachtschicht die vorgeschriebenen Kontrollen im 30-Minuten-Takt nicht durchgeführt zu haben. Staatsanwälte erklärten, Aufzeichnungen seien gefälscht worden, um den Eindruck zu erwecken, die Rundgänge seien erfolgt, obwohl das Strafverfahren später eingestellt wurde.

Dokumente unter Prüfung

Die neu gemeldeten Dokumente verweisen auch auf Beweismaterial, das Ermittler damals überprüften. Dazu gehören Suchaktivitäten auf einem Computer, der Noels Arbeitsplatz zugeordnet war, sowie Finanztransaktionen, die die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zogen.

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Ermittler stellten fest, dass auf dem Computer um 05.42 Uhr und erneut um 05.52 Uhr nach „latest on Epstein in jail“ gesucht wurde, wie aus den Berichten hervorgeht. In einer eidesstattlichen Erklärung aus dem Jahr 2021 bestritt Noel, diese Suchanfragen durchgeführt zu haben, und sagte: „Ich erinnere mich nicht, das getan zu haben.“ Sie erklärte außerdem: „Ich erinnere mich nicht, nach ihm gesucht zu haben.“

Dieselbe Berichterstattung besagt, dass Bankaktivitäten im Zusammenhang mit Noel in einem Bericht über verdächtige Aktivitäten vermerkt wurden, der an das FBI übermittelt wurde, darunter eine Bareinzahlung über 5.000 Dollar, die wenige Tage vor Epsteins Tod vorgenommen wurde.

Aussage eines Häftlings taucht auf

In von The Sun zitierten FBI-Interviewnotizen erklärte ein Häftling, der in der Nähe von Epstein untergebracht war, er habe Unruhe außerhalb der Einheit gehört, in der Epstein festgehalten wurde, während Beamte versuchten, ihn wiederzubeleben.

Der Gefangene sagte den Ermittlern, ein Wärter habe gesagt: „Dudes, you killed that dude.“ Eine andere Stimme habe angeblich geantwortet: „If he’s dead, we’re going to cover it up and he’s going to have an alibi – my officers“.

Diese Darstellung wurde nicht unabhängig bestätigt. Dennoch wirft sie zusammen mit den umstrittenen Suchprotokollen, den versäumten Kontrollen und anderem von den Ermittlern geprüften Material neue Fragen in einem Fall auf, der seit Jahren unter genauer Beobachtung steht.

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Quellen: The Sun, New York Post, FBI-Dokumente, US-Justizministerium.