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Russlands plan zur erweiterung der armee wird als langfristige ambition gesehen

russian soldier, rysk soldat
Sergey Nikonov / Shutterstock.com

Russland hat Pläne angekündigt, die Größe seiner Streitkräfte zu erhöhen, doch Analysten sagen, dass es dabei eher um langfristige Militärplanung als um unmittelbare Auswirkungen auf das Schlachtfeld geht.

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Experten sagen, dass die vom Kreml genannten Zahlen eher Ambitionen für zukünftige Truppenstärken widerspiegeln als die tatsächliche Zahl der derzeit in der Ukraine kämpfenden Soldaten, berichtet der Kyiv Independent.

Neues Dekret

Laut Kyiv Independent unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am 4. März ein Dekret, das die mögliche Größe der Streitkräfte des Landes erhöht.

Das Dokument legt die maximale Zahl des Militärpersonals auf 2.391.770 fest, darunter 1.502.640 aktive Soldaten.

Die Änderung stellt lediglich eine kleine Erhöhung um 2.640 zusätzliche aktive Soldaten im Vergleich zur vorherigen Zahl dar.

Analysten sagen, das Dekret signalisiere Moskaus Absicht, seine militärische Struktur schrittweise auszubauen.

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Langfristige Reformen

Kateryna Stepanenko, Russland-Analystin am Institute for the Study of War, erklärte, die Zahlen sollten eher als zukünftiges Ziel und nicht als Abbild der aktuellen Streitkräfte verstanden werden.

„Diese Zahlen sind größtenteils aspirativ“, sagte sie dem Kyiv Independent.

„Sie zeigen, wie die russische stehende Armee langfristig aussehen soll, und nicht die aktuelle Zusammensetzung der Truppen, die in der Ukraine kämpfen.“

Die Erweiterung ist Teil umfassenderer Militärreformen, die 2022 vom ehemaligen Verteidigungsminister Sergej Schoigu angekündigt wurden.

Realität an der Front

Trotz der geplanten Erweiterung sagen Experten, dass das Dekret die Lage auf dem Schlachtfeld kurzfristig kaum verändern dürfte.

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Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, sagte Sky News im Dezember 2025, dass mehr als 710.000 russische Soldaten entlang der Frontlinien in der Ukraine stationiert seien.

Zum Vergleich erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die ukrainischen Streitkräfte im Januar 2025 etwa 880.000 Soldaten umfassten.

Stepanenko betonte, dass die von Moskau genannten großen Zahlen nicht bedeuten, dass diese Truppen plötzlich in der Ukraine erscheinen könnten.

Rekrutierungsprobleme

Russland ist weiterhin stark auf Vertragssoldaten angewiesen, die sich im Austausch für hohe finanzielle Prämien freiwillig melden.

Das Land führt außerdem zweimal im Jahr Wehrpflichtkampagnen durch, bei denen geeignete Männer für ein Jahr zum Dienst eingezogen werden, obwohl Wehrpflichtige laut Gesetz nicht im Ausland eingesetzt werden dürfen.

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Analysten sagen, dass die Aufrechterhaltung der Truppenstärke ohne eine weitere großangelegte Mobilisierung eine zentrale Herausforderung für den Kreml bleibt, nachdem der Entwurf von 2022 politischen Widerstand ausgelöst hatte.

Laut John Hardie von der Foundation for Defense of Democracies ist die russische Truppenstärke in der Ukraine seit 2022 um mehr als 400.000 Soldaten gewachsen, teilweise durch die Integration von Proxy-Kräften aus den selbsternannten Regionen Donezk und Luhansk.

Schwere Verluste auf dem Schlachtfeld haben jedoch umfassendere Umstrukturierungsbemühungen verlangsamt.

Hardie sagte, dass in manchen Zeiträumen bis zu 90 Prozent der neuen Rekruten lediglich benötigt wurden, um Verluste zu ersetzen.

Quellen: Kyiv Independent, Institute for the Study of War, Foundation for Defense of Democracies, Center for Strategic and International Studies, Sky News

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