Ein russischer Flüssigerdgastanker, der bei einem jüngsten Vorfall nahe der libyschen Küste beschädigt wurde, treibt nun im Mittelmeer, wie Behörden in Malta gewarnt haben.
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Seebehörden sagen, dass das Schiff derzeit in internationalen Gewässern außer Kontrolle treibt, was Sicherheitswarnungen für nahegelegene Schiffe ausgelöst hat.
Die Hafen- und Freizeitschifffahrtsdirektion des maltesischen Verkehrsministeriums gab eine Mitteilung heraus, in der Schiffe darüber informiert wurden, dass der russische LNG-Tanker MT Arctic Metagaz zwischen Malta und der italienischen Insel Lampedusa unkontrolliert treibt.
Laut den in der Mitteilung enthaltenen Koordinaten hat sich die Position des Schiffes im Laufe des vergangenen Tages leicht verändert, befindet sich jedoch weiterhin im selben allgemeinen Gebiet des zentralen Mittelmeers, berichtet Digi24.ro.
Sicherheitswarnung herausgegeben
Behörden forderten Schiffe in der Umgebung auf, mindestens fünf Seemeilen Abstand von dem treibenden Schiff zu halten.
Die Warnung war Teil offizieller Mitteilungen an Seeleute, die am Mittwoch und Donnerstag verteilt wurden, wie aus von AFP und Agerpres zitierten Berichten hervorgeht.
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Der Hinweis deutet darauf hin, dass das Schiff nach dem früheren Vorfall nicht vollständig gesunken ist – entgegen ersten Behauptungen.
Explosion und Brand
Libysche Hafenbehörden berichteten zuvor, dass in der Nacht vom 3. auf den 4. März Explosionen an Bord des Tankers zu hören gewesen seien.
Ihren Angaben zufolge lösten die Explosionen einen großen Brand nördlich des Hafens von Sirte aus, der das Schiff schwer beschädigte.
Der russische Präsident Wladimir Putin beschuldigte später die Ukraine, einen von ihm als „terroristischen Angriff“ bezeichneten Angriff auf das Schiff durchgeführt zu haben, berichtete AFP.
Moskau erklärte, alle 30 Besatzungsmitglieder an Bord seien nach dem Vorfall gerettet worden.
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Sanktionierte „Geisterflotte“
Kyjiw hat sich bislang nicht öffentlich zu dem mutmaßlichen Angriff geäußert.
Das Schiff steht auf den Sanktionslisten der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union und gilt als Teil der sogenannten „Geisterflotte“ Russlands.
Diese Flotten bestehen typischerweise aus älteren Tankern, die weltweit russisches Öl und Gas transportieren und dabei versuchen, westliche Beschränkungen zu umgehen, die nach der Invasion in der Ukraine verhängt wurden.
Quellen: Digi24, AFP, Agerpres